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Erbschaftssteuer Freibeträge: Wie viel steuerfrei erben?

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
9. Jun 2024 / 18 Min. Lesezeit

Ein Erbe wird vom Staat versteuert, da es sich um eine Art von Einkommen handelt. Doch nicht jeder muss bei einer Erbschaft gleichviel Steuer bezahlen. Die Erbschaftssteuer Freibeträge hängen von einigen Faktoren ab, beispielsweise vom Verwandtschaftsverhältnis.

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Erbschaftssteuer, Erbschaft Freibeträge, die Wertberechnung und Erbschaftssteuerklassen, sowie alle Regelungen wissen müssen.

Die Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer

Die Erbschaftssteuer, bzw. Schenkungssteuer fällt für jene an, die ein Vermögen vererbt oder geschenkt bekommen, was einen gewissen Wert übersteigt. Diese Steuer wird am Tag der Vererbung oder am Tag der Schenkung fällig. Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer sind im Grunde gleichzusetzen und im deutschen Erbschaftssteuergesetz (ErbStG) geregelt. 

Eine Mappe mit einer Steuererklärung liegt auf dem Tisch, auf dieser liegt ein Handy mit der Taschenrechner App. Darüber steht eine Kaffeetasse auf dem Tisch.

Es bestimmt, wie Vermögensübertragungen durch Erbschaft oder Schenkung besteuert werden. Es befasst sich unter anderem mit Besonderheiten wie dem Vermögen von Stiftungen oder der Gütergemeinschaft zwischen Ehepartnern.

Außerdem regelt es die Bewertung des Vermögens, der Anwendung von Freibeträgen und möglicher Steuerbefreiungen.

Das Wichtigste zur Erbschaftssteuer

  • Generell zählt: Jeder, der erbt, muss Erbschaftssteuer zahlen.
  • Das gesamte vererbte Vermögen zählt. Neben Geld gehören auch Aktien, Immobilien, Landbesitz oder Unternehmen dazu.
  • Der Wert von Immobilien, Unternehmen oder anderem vererbten / geschenkten Vermögen wird geschätzt. Hierbei wird der aktuelle Marktwert zugrunde gelegt. 
  • Empfänger des Erbes / der Schenkung müssen diese innerhalb von drei Monaten beim Finanzamt melden.
  • Es gibt Erbschaftssteuer Freibeträge, die sich nach dem Verwandtschaftsgrad und der Höhe des Erbes richten.

Welches Erbe muss versteuert werden?

In der Regel ist für die Erbschaftsteuer alles von Bedeutung, was einen finanziellen Wert hat. Daher wird die Vererbung von Geld, Aktien, Immobilien, Landbesitz oder auch Unternehmen in Deutschland versteuert.

Für Immobilien, Unternehmen und sonstiges Vermögen wird der aktuelle Marktwert oder auch Verkehrswert geschätzt. Die Werte werden vom Finanzamt addiert und ergeben den Gesamtwert, auf den anschließend die Erbschaftssteuer fällig wird. 

Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Erben Kinder oder Lebenspartner, bzw. Ehegatten ein Haus, welches weiterhin als Eigenheim für mindestens zehn Jahre bewohnt wird, bleibt dieses steuerfrei.

Ein Haus steht auf einer Wiese, davor steht ein Baum.

Diese Erbschaftssteuer Ausnahme gilt allerdings nur bei Wohnflächen bis zu 200 Quadratmetern. Bei größerer Wohnfläche wird der Wert der zusätzlichen Fläche versteuert.

Gut zu wissen

Für Ehegatten gilt die Wohnflächengrenze von 200 Quadratmetern nicht.

Weitere Ausnahmen bilden persönliche Gegenstände des Erblassers. Kleidung und Möbel werden beispielsweise nicht bei der Wertberechnung der Erbschaftssteuer berücksichtigt. Und auch beim Erwerb von Betriebsvermögen in einem Erbfall gelten gegebenenfalls abweichende Regelungen.

Überblick – Was wird versteuert?

In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen eine knappe Übersicht zusammengestellt, welche steuerliche Regelung auf welche Vermögensart und welche Erben Anwendung findet.

VermögensartWer?Steuerliche Regelung
Selbstgenutztes WohneigentumEhe-/Lebenspartner und KinderKeine Erbschaftsteuer, für Kinder Wohnflächengrenze von 200m²
Geerbtes GrundvermögenAlle ErbenBesteuerung basiert auf aktuellem Marktwert
Sonstiges VermögenEhegatten
Kinder
Steuerfreibetrag von 500.000 €
Steuerfreibetrag von 400.000€
Unternehmerisches VermögenAlle ErbenKomplexe Regelungen, professionelle und individuelle Beratung erforderlich

Die Erbschaftssteuer Freibeträge 

ein kleines Modell Haus liegt auf großen Geldscheinen.

Der Gesetzgeber hat gemeinnützige Organisationen von der Erbschaftssteuer befreit. Aber gibt es eine solche Steuerbefreiung auch für private Erben?

Zunächst, muss jeder, der etwas erbt, anteilig Steuern bezahlen, auch die einzelnen Miterben einer Erbengemeinschaft. Jedoch gibt es allgemein gültige Erbschaftssteuer Freibeträge, die sich nach dem Verwandtschaftsgrad richten.

Ausschließlich Vermögenswerte, die über dem Steuerfreibetrag liegen, müssen bei einer Erbschaft versteuert werden. Das bedeutet, dass der Begünstigte auf seinen geltenden Freibetrag keine Steuern zahlen muss.

Ein Instagram Beitrag von dbbdata zum Thema Freibetrag bei der Erbschaftssteuer.

Vom höchsten Erbschaftssteuer Freibetrag profitieren zunächst Ehepartner und eingetragene Lebenspartner, denn diese können 500.000 € steuerfrei erben. Für den Rest der Verwandtschaft gilt: Je enger man mit dem Erblasser verwandt ist, desto höher fallen die Erbschaftssteuer Freibeträge aus.

Auf das Kinder Erbe gilt ein Erbsteuer Freibetrag in Höhe von 400.000 €. Für elternlose Enkel gilt ebenfalls ein 400.000 € hoher Betrag. Für Enkel, deren Eltern noch am Leben sind, beläuft sich der Erbsteuer Freibetrag auf 200.000 €.

Tipp

Ihr Vermögen / Erbe übersteigt die Erbschaftssteuer Freibeträge? In diesem Fall wenden Sie sich am besten an einen Steuerberater oder Fachanwalt für eine individuelle Beratung und Nachlassplanung.

Zur besseren Übersicht finden Sie nachfolgend eine Tabelle mit den unterschiedlichen Freibeträgen:

ErbempfängerFreibetrag
Ehepartner bzw. eingetragener Lebenspartner500.000 €
Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder, elternlose Enkel400.000 €
Enkelkinder200.000 €
Urenkel, Eltern, Großeltern100.000 €
Geschwister, Neffen und Nichten, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner bzw. Lebenspartner, Eltern und Großeltern bei Schenkung20.000 €
Alle anderen Empfänger eines Erbes / einer Schenkung20.000 €
Erbschaftssteuer Freibetrag Tabelle (Stand 2023)

Die Erbschaftssteuer bei Miterben

Wenn eine Erblasserin oder ein Erblasser ein Vermögen hinterlässt, das an mehrere Personen vererbt wird, bildet sich eine sogenannte Erbengemeinschaft. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Geschwister gemeinsam als Erben eingesetzt werden.

Innerhalb einer solchen Gemeinschaft werden die Vermögenswerte und Nachlassgegenstände nicht automatisch individuell verteilt, sondern gehören zunächst allen Miterben gemeinsam.

Zwei Hände halten eine Menschenkette aus Papier

Die Mitglieder der Erbengemeinschaft müssen sich gemeinsam über die Verwaltung und die Aufteilung des Vermögens einigen. Bis zur endgültigen Auseinandersetzung und Auflösung der Erbengemeinschaft kann kein Miterbe über einzelne Teile des Nachlasses eigenständig verfügen.

Trotz der gemeinschaftlichen Verwaltung des Erbes ist die Erbengemeinschaft als solche nicht Trägerin der Steuerpflicht. Vielmehr ist jeder Miterbe individuell dazu verpflichtet, seine Steuerlast zu tragen. Das bedeutet, dass jeder einzelne Erbe für seinen Anteil am Nachlass persönlich erbschaftssteuerpflichtig ist.

Die individuelle Steuerpflicht bedeutet auch, dass die Erbschaftssteuer Freibeträge – die gesetzlich festgelegten Beträge, die steuerfrei vererbt werden dürfen – auf die einzelnen Miterben und nicht auf die Gemeinschaft als Ganzes angewendet werden.

Der Umfang dieser Freibeträge hängt von der steuerlichen Bewertung des Erbteils jedes Miterben sowie vom Verwandtschaftsgrad zum Erblasser ab.

Gut zu wissen:

Erben mehrere Personen, z.B. Geschwister, zusammen ein Vermögen, entsteht demzufolge eine Erbengemeinschaft. Über das Erbe muss zusammen entschieden werden, denn es wurde zu gleichen Teilen an mehrere Personen (Miterben) vererbt. Die Erbengemeinschaft selbst schuldet keine Erbschaftssteuer. Steuerpflichtig sind hier die einzelnen Miterben. Die Erbschaftssteuer Freibeträge richten sich ebenfalls nach dem einzelnen Miterben, nicht nach der Erbengemeinschaft. 

Erbschaftssteuer Versorgungsfreibetrag 

Die engsten Verwandten des Erblassers können bei einer Erbschaft zusätzlich zu den geltenden Erbschaftssteuer Freibeträgen auch weitere Vermögenswerte steuerfrei behalten – den sogenannten Versorgungsfreibetrag.

Wie der Name schon sagt, geht es hier um die finanzielle Versorgung und den Lebensunterhalt von Kindern und Partnern des Erblassenden und entfällt daher bei der Schenkungssteuer.

Ein gelbes Familienschild auf Asphalt

Er soll den Hinterbliebenen ermöglichen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Anders als beim regulären Erbschaftssteuer Freibetrag gilt der Versorgungsfreibetrag nur für Ehepartner und Kinder, nicht aber für entferntere Verwandte. 

  • Für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner gilt ein Versorgungsfreibetrag von 256.000 €.
  • Für Kinder, Stiefkinder, Adoptivkinder und elternlose Enkel gilt bis zu einem Alter von 27 Jahren (je nach Alter) ein Versorgungsfreibetrag von 10.300 €- 52.000 €. 

Demzufolge können Ehe- und Lebenspartner nach dem Stand von 2023 Erbschaftssteuer Freibeträge von bis zu 756.000 € geltend machen. Der Gesetzgeber will dadurch sicherstellen, dass ein gemeinsam erarbeitetes Vermögen für den Witwer oder die Witwe für den Lebensunterhalt erhalten bleibt.

Wichtig zu beachten

Eine Witwenrente oder Pension (sogenannte Versorgungsbezüge) wird vom Versorgungsbeitrag abgezogen.

Die Höhe der Erbschaftssteuer berechnen

Auf einem weißen Hintergrund liegen nebeneinander gereiht Notizzettel, Bleistift, Handytaschenrechner und Münzen.

Der Erbschaftssteuersatz ergibt sich aus der Erbschaftssteuerklasse und der Höhe des Erbes, welches nach Abzug der Erbschaftssteuer Freibeträge und ggf. Versorgungsfreibeträge verbleibt. 

Geht das vererbte Vermögen über diese Beträge hinaus, wird das verbleibende Erbe nach drei unterschiedlichen Steuerklassen versteuert: Steuerklasse I hat hierbei den günstigsten Steuersatz, während die Steuerklasse II die zweitgünstigsten Steuersätze hat und Steuerklasse III die höchsten Steuersätze.

Welche Steuerklasse für den Empfänger des Erbes zählt, richtet sich ebenfalls nach dem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser

Ein Instagram Beitrag von immoportal zum Thema Erbschaftssteuerklassen
  • Steuerklasse I : Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Enkel und elternlose Enkel sowie andere enge Verwandte
  • Steuerklasse II : Entfernte Verwandte, wie Geschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegereltern, deren Kinder und geschiedene Ehepartner
  • Steuerklasse III : Erbempfänger, die nicht mit dem Erblasser verwandt sind
Wert Erbe (nach Abzug der Freibeträge)Steuerklasse ISteuerklasse IISteuerklasse III
75.000 €7 %15 %30 %
300.000 €11 %20 %30 %
600.000 €15 %25 %30 %
6.000.000 €19 %30 %30 %
13.000.000 €23 %35 %50 %
26.000.000 €27 %40 %50 %
> 26.000.000 €30 %43 %50 %
Steuerklassen Erbschaftssteuer

Beispiel: Erbt man beispielsweise ein Gesamtvermögen von 50.000 € von seiner Tante, rutscht man als Neffe, bzw. Nichte automatisch in die Steuerklasse II. Der Erbschaftssteuer Freibetrag für entfernte Verwandte liegt bei 20.000 €, infolgedessen bleibt ein Betrag von 30.000 €, für den nun Erbschaftsteuern anfallen.

Neffen und Nichten gehören der Steuerklasse II an, zahlen also für Vermögenswerte bis zu 75.000 € 15 % Erbschaftssteuer. Demnach fallen 4.500 € für das hinterlassene Erbe von 50.000 € an.

Erbt man hingegen ein Gesamtvermögen von 50.000 € von seiner Großmutter, gehört man als Enkel oder Enkelin der Steuerklasse I an. Da der Freibetrag für Enkelkinder bei 200.000 € liegt, fällt keine Erbschaftssteuer für den geerbten Betrag an.

Tipp:

Wer die Erbschaftssteuer Freibeträge für seine Hinterbliebenen erhöhen will, kann nicht oder nur entfernt verwandte Erben rechtzeitig vor der Schenkung oder dem Falle der Vererbung adoptieren. Warum? Der Freibetrag für Adoptivkinder ist deutlich höher. Außerdem wird dann nur noch nach Steuerklasse I versteuert.

Sachliche Erbschaftssteuer Freibeträge

Zusätzlich zum regulären Erbschaftssteuer Freibetrag und dem Versorgungsfreibetrag gelten mitunter die sachlichen Freibeträge. Die regulären Freibeträge werden durch die sachlichen Beträge nicht beeinflusst.

§13 des Erbschaftssteuergesetz (ErbStG) enthält eine Liste an Sonderfällen und Gegenständen, die eine Ausnahme der Erbschaftssteuerpflicht darstellen. Die häufigsten sachlichen Freibeträge beziehen sich auf den Nachlass, wie Hausrat und „andere bewegliche Gegenstände“:

  • Kleidung
  • Möbel
  • Fahrzeuge
  • Instrumente
  • Tiere
  • Schmuck 
  • Uhren
  • Geschirr
  • Kunstgegenstände
Ein Sofa und mehrere Möbel stehen in einem Zimmer

Nahe Verwandte und Angehörige der Erbsteuerklasse I dürfen demzufolge Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 € und zusätzlich „weitere bewegliche Gegenstände“ bis zu einem Wert von 12.000 € steuerfrei erben – und das zusätzlich zu allen anderen Freibeträgen.

Für Angehörige der Steuerklasse II und III gelten sachliche Erbschaftssteuer Freibeträge von 12.000 €, egal ob Hausrat oder bewegliche Gegenstände. 

Erbschaftssteuer Freibeträge mehrfach nutzen

Wer sich schon rechtzeitig über sein Erbe Gedanken macht, kann die Erbschaft Freibeträge für seine Hinterbliebenen mehrfach nutzen.

Ein Mann tippt etwas auf seinem Taschenrechner

Teile des Vermögens können bereits zu Lebzeiten an die Erben verschenkt werden, denn die Schenkungs- bzw. die Erbschaftsteuer Freibeträge lassen sich alle zehn Jahre wiederholen.

Schenkt ein Erblasser seinen Erben also bereits zehn Jahre vor seinem Tod einen Teil seines Vermögens, welches den Erbschaft Freibetrag nicht übersteigt, so bleibt dieser steuerfrei. Nach zehn Jahren wird dieser Freibetrag zurückgesetzt und kann erneut geltend gemacht werden.

Wer früh genug damit beginnt, kann auf diese Weise große Vermögensbeträge völlig steuerfrei verschenken, bzw. vererben und im Erbfall hohe steuerliche Belastungen umgehen.

Mit frühzeitigen Schenkungen alle zehn Jahre können Erblasser Vermögenswerte steuerfrei übertragen und hohe Erbschaftssteuern für die Erben vermeiden. Björn Kolbmüller Björn Kolbmüller Geschäftsführer

Fazit

Die Erbschaftssteuer betrifft alle, die ein Vermögen erben, wobei die Höhe der Steuer stark vom Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser abhängt. Besonders enge Angehörige wie Ehepartner und Kinder profitieren von hohen Freibeträgen, wodurch sie einen großen Teil des ererbten Vermögens steuerfrei erhalten können.

Bestimmte Vermögensarten unterliegen dabei speziellen Regelungen. Beispielsweise können selbstgenutzte Immobilien unter bestimmten Voraussetzungen von der Besteuerung ausgenommen werden. Dabei dient der aktuelle Marktwert als Grundlage für die steuerliche Bewertung.

Die Komplexität der Erbschaftsteuer bei unternehmerischem Vermögen erfordert professionelle Beratung, um spezielle Regelungen zu nutzen und eine auf den Einzelfall abgestimmte Steuerplanung vorzunehmen.

Zusätzliche Steuervorteile lassen sich über sachliche Freibeträge realisieren. Dazu gehören Freibeträge für Hausrat und persönliche Gegenstände, die bis zu einem bestimmten Wert von der Steuer befreit sind oder wiederkehrende Schenkungen zu Lebzeiten. Eine sorgfältige Planung und die Nutzung aller verfügbaren Freibeträge und steuerlichen Privilegien sind daher essenziell, um die Erbschaftssteuerbelastung so gering wie möglich zu halten und einen finanziell optimierten Vermögensübergang zu gewährleisten.

Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer der Eigentümer-Makler Plattform Jacasa in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller

Häufige Fragen – Erbschaftssteuer Freibeträge

  • Wieviel darf man steuerfrei erben?

    Im Grundsatz gilt: Je enger der Erbe mit dem Erblasser verwandt ist, desto höher ist sein Erbschaftsteuer Freibetrag. Ehegatten dürfen bis zu 500.000 € steuerfrei erben, zuzüglich eines Versorgungsfreibetrags von 256.000 €. Kinder dürfen 400.000 € steuerfrei erben und je nach Alter einen Versorgungsfreibetrag von bis zu 52.000 € geltend machen.

    • Was ist der Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftssteuer?

    Kinder und Ehepartner erhalten einen zusätzlichen Erbschaftssteuer Freibetrag: den Versorgungsfreibetrag. Für Ehepartner gilt ein Freibetrag von 256.000 €, bei Kindern richtet sich dieser nach dem Alter:

    • bis 5 Jahre: 52.000 €
    • 6 – 10 Jahre: 41.000 €
    • 11 – 15 Jahre: 30.700 €
    • 16 – 20 Jahre: 20.500 €
    • 21 – 27 Jahre: 10.300 €

    Wichtig: Waisen- oder Witwenrenten und/oder Pensionen werden vom Versorgungsfreibetrag abgezogen.

  • Können Beerdigungskosten von der Erbschaftssteuer abgezogen werden?

    Die Beerdigungskosten können von der Erbschaftssteuer abgesetzt werden. In der Regel kann für Kosten der Bestattung und der Grabpflege eine Erbfallkostenpauschale von 10.300 € geltend gemacht werden.

  • Wann ist ein geerbtes Haus steuerfrei?

    Vorrausgesetzt, es handelt sich bei dem geerbten Haus um ein selbstgenutztes Eigenheim, wird für Ehepartner und Kinder keine Erbschaftsteuer erhoben, wenn sie für mindestens zehn Jahre dort wohnen bleiben. Sollten die Erbempfänger zum Zeitpunkt der Hinterlassung noch nicht in der Immobilie wohnen, haben sie sechs Monate Zeit, das Haus zu beziehen, bevor die Erbschaftsteuer fällig wird. Bei Kindern liegt für diesen Freibetrag außerdem eine Wohnflächenbegrenzung von 200 Quadratmetern vor, widrigenfalls wird zusätzliche Wohnfläche versteuert. 

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