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Immobilienmakler IHK: Alle Tipps zur Ausbildung

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
19. Oct 2023 / 11 Min. Lesezeit

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) werden viele Weiterbildungen angeboten – unter anderem ein Lehrgang mit der Qualifizierung Immobilienmakler IHK. Diesen kann jeder belegen, der den Traum vom Immobilienmakler in sich trägt. Doch die Weiterbildung hat es in sich – in vielerlei Hinsicht. Sie ist zum einen nicht besonders günstig, und es steht auch ein Abschlusstest an. Was es darüber hinaus noch über das Berufsbild zu erfahren gibt, welche Regelungen zu beachten sind, ob die Kurse MaBV Konform sind, was es mit dem Provisionsanspruch bei diesem Berufsbild auf sich hat und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, haben wir in einem Ratgeber für Sie zusammengetragen. 

Wie wird man Immobilienmakler?

Zuallererst ist wichtig zu erwähnen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, Immobilienmakler zu werden. In diesem Zuge ist aber genauso wichtig zu sagen, dass es für dieses Berufsbild gar keine richtige Ausbildung gibt, bei der Sie über drei Jahre hinweg lernen, welche Aufgaben ein Makler hat und diese theoretisch und praktisch in einem Unternehmen erlernen. Um im Beruf allerdings Erfolg zu haben, sollte das nötige Fachwissen und Handwerkszeug für den Job des Maklers vorhanden sein. Denn nur so können Sie die Kunden von sich und der zu erbringenden Arbeit überzeugen. 

Diese drei Möglichkeiten eignen sich am besten, um dieses Wissen zu erlernen:

  1. Ein Studium im Bereich Immobilienwirtschaft oder -management
  2. Eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann
  3. Teilnahme am Zertifikatslehrgang Immobilienmakler bei der IHK

Die Vermittlung von Fachwissen und allen nötigen Informationen für die zukünftige Arbeit als Makler steht bei allen drei Herangehensweisen an erster Stelle. Es gibt demnach Einblicke in Themen wie Immobilienrecht, Baurecht, Mietrecht oder Wertermittlung von Immobilien, aber Sie erlernen auch alles Wichtige rund um das Unternehmenskonzept eines Maklergeschäfts, den Vertrieb oder wie ein Maklerunternehmen aufgebaut wird. Die ersten beiden Möglichkeiten zum Erlernen des Fachwissens (Studium Immobilienwirtschaft und Ausbildung Immobilienkaufmann/frau) eignen sich besonders gut für Schulabgänger, die ihren Berufswunsch schon kennen. Der Zertifikatslehrgang der IHK bietet sich vor allem für Quereinsteiger an, die nach einer anderen Berufsausrichtung einen Wechsel anstreben. Er bietet sich aber genauso gut auch für bereits tätige Makler an, die ihr Fachwissen auffrischen wollen.

Voraussetzungen

Generell kann jeder, der Interessen an Immobilien hat oder ein Maklerunternehmen gründen möchte, Immobilienmakler werden. Und dennoch gibt es einige Voraussetzungen, um an den Kursen der IHK oder auch bei den Fortbildungen von einem anderen Bildungszentrum oder einer Akademie teilzunehmen. Zu den allgemeinen Voraussetzungen gehört zum einen der Gewerbeschein, ohne den Sie nicht als Makler für Immobilien arbeiten können bzw. dürfen. Diesen stellt das zuständige Bezirksamt aus, nachdem ein Antrag eingegangen ist. Außerdem dürfen Sie keine Verurteilung wegen Wirtschaftsstraftaten vorliegen haben und Sie müssen in geordneten Vermögensverhältnissen leben. Das heißt, Sie dürfen zum Beispiel keine laufenden oder abgeschlossenen Insolvenzverfahren haben sowie keine Eintragungen über schuldrechtliche Haftbefehle.

Neben den allgemeinen Voraussetzungen gibt es auch noch einige persönliche Voraussetzungen, die Sie für die Qualifikation Immobilienmakler IHK mitbringen sollten. Dazu zählen unter anderem eine enorme Lernbereitschaft, die Bereitschaft auch am Abend oder am Wochenende einige Stunden zu arbeiten, Freude an der Kommunikation mit Kunden, Disziplin, Bereitschaft zur Selbstvermarktung und strategisches Denken. Zu guter Letzt ist es natürlich von Vorteil, wenn Sie ein neugieriger Mensch sind und nicht aufhören sich mit Fachwissen weiterzubilden.

Wie läuft die Immobilienmakler-Ausbildung bei der IHK ab?

Die Anmeldung für einen Kurs bei der IHK ist ganz einfach. Informieren Sie sich vorab online oder vor Ort bei dem nächstgelegenen Standort nach dem jeweiligen Angebot und lesen Sie sich die Inhalte der Kurse durch. Die Fortbildungen sind in jeder Industrie- und Handelskammer ähnlich, sie können sich aber dennoch geringfügig voneinander unterscheiden. Daher kann es Sinn machen, bei verschiedenen Stellen die Angebote zu vergleichen. 

Gut zu wissen

In Deutschland gibt es insgesamt 79 IHKs, jeder Standort bietet ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten an. Unter anderem für die Bereiche Betriebswirtschaft, Personalwesen, Marketing, Fremdsprachen und viele weitere.

Sobald das gewünschte Seminar gefunden ist, geht es auch schon an die Anmeldung. Hier können Sie ganz einfach online ein Formular ausfüllen. Alternativ geht auch eine Anmeldung vor Ort, oder auch per Telefon. Die letzteren Optionen sind besonders für die Interessenten empfehlenswert, die noch letzte, offene Fragen haben und diese mit den IHK-Mitarbeitern besprechen möchten. 

Verschiedene Themenschwerpunkte für angehende Immobilienmakler

Die Weiterbildung der Industrie- und Handelkammer ist auf mehrere Tage und auch oft in verschiedene Module aufgeteilt. Ein Modul wird dabei meist an einem oder mehreren Tagen über mehrere Stunden bearbeitet. In den Modulen werden neben der Bedeutung und den Grundlagen des Maklergeschäfts auch rechtliches Wissen bezüglich Maklervertrag, Maklerrecht und Grundbuch sowie vertriebliche Fähigkeiten vermittelt und weitergegeben. Ziel ist es, dass Sie nach der Teilnahme eines solchen IHK Kurses professionelles Handwerkszeug für den Verkauf und die Vermittlung von Immobilien an die Hand bekommen.

Die Themenblöcke umfassen dabei in der Regel diese Inhalte: 

  • Grundlagen der Immobilienwirtschaft
    • In diesem Modul werden alle Grundbausteine für den Beruf vermittelt. Vom Aufbau eines Makler-Unternehmen über Provisionsanspruch bis hin zur Betriebsorganisation und dem Erstellen von einem Unternehmenskonzept – die Dozenten gehen auf alle Details ein. Außerdem werden essenzielle Aufgabenbereiche behandelt, wie das Erstellen von Exposés, Immobilienakquise und wie Kunden akquiriert werden sowie wie das Marketing auszusehen hat. 
  • Grundlagen des Immobilienrechts
    • Genauso wichtig ist dieses Modul, das auf die Bereiche Maklerrecht eingeht, sowie aufs Wettbewerbsrecht und Mietrecht und deren Bedeutung. In diesem Themenblock werden außerdem die Bereiche rund um den Maklervertrag sowie die Mietverträge behandelt, aber auch die Wichtigkeit des Grundbuchs in Bezug auf Grundstückskaufverträge und den Verkauf von Immobilien oder das Grundpfandrecht. Ein weiteres wichtiges rechtliches Thema ist außerdem der Datenschutz, der ebenfalls bei den Grundlagen des Immobilienrechts gelehrt wird. 
  • Grundlagen des Steuerrechts
    • Beim dritten Modul werden alle betreffenden Steuern unter die Lupe genommen. Neben der Einkommenssteuer geht es auch um die Grundsteuer und die Grunderwerbssteuer. In diesen Bereich fallen außerdem Themen wie die Abschreibung von Immobilien, private Veräußerungsgeschäfte oder der gewerbliche Grundstückshandel. 

Wie sieht die Immobilienmakler-Prüfung bei der IHK aus?

Beim IHK Immobilienmakler-Lehrgang stehen auch Prüfungen auf dem Programm.

Um die Inhalte zu verinnerlichen, gibt es während der Weiterbildung Hausarbeiten zu verschiedenen Themen, die bearbeitet werden müssen. Außerdem steht zum Ende eines jeden Themenblocks – nach dem Erlernen der wichtigen Basics – ein Abschlusstest an. In diesem wird das vermittelte Fachwissen bezüglich zum Beispiel Immobilienakquise, Immobilienrecht, Mietvertrag, Grundpfandrecht und vielem mehr abgefragt, es soll schließlich der Großteil des Erlernten hängenbleiben. Für das Zertifikat zur Beendigung der „Ausbildung“ ist aber nicht nur das Absolvieren und Bestehen der Prüfungen mit mindestens 50% ausschlaggebend. Der erfolgreiche Abschluss ist auch von der Präsenz während des Kurses abhängig. Wer zu oft fehlt, kann den Kurs nicht final abschließen. Daher sollte jeder Teilnehmer sicherstellen, dass er mindestens 80% der Kurstage präsent ist.

Nach Abschluss und erfolgreicher Teilnahme bekommen Sie dann das Zertifikat “Immobilienmakler IHK”.

Wie viel kostet die Immobilienmakler-Ausbildung bei der IHK? 

Der Kurs der Industrie- und Handelskammer ist nicht ganz günstig, es gibt allerdings auch keinen einheitlichen Preis. Denn jeder Kurs variiert von Standort zu Standort. Sie sind minimal verschieden aufgebaut und können unterschiedlich lang und intensiv geplant sein. Nichtsdestotrotz kostet jeder IHK-Lehrgang über 1.000€, sie können sich aber auch gut und gerne über 2.500€ belaufen. 

Als Beispiel: An der IHK Düsseldorf kostet der Kompaktlehrgang zum Immobilienmakler aktuell 1.650€ für 14 Lehrgangseinheiten. Im Standort Krefeld kann man die Weiterbildung für 1.450€ besuchen. Hier sind 100 Unterrichtseinheiten eingeplant. In Koblenz startet der günstigste Kurs bei 1.885€, der teurere liegt schon bei knapp 2.000€. 

Eines ist aber klar: Das Geld für die Fortbildung ist gut investiert. Nach erfolgreicher Beendigung des Lehrgangs kann man ein Zertifikat vorweisen und hat bestenfalls alle wichtigen Informationen für den neuen Beruf erlernt. Somit steht der Zukunft als erfolgreicher Makler nichts mehr im Wege, und mit nur wenigen Aufträgen hat sich die Investition für den Lehrgang ausgezahlt. 

Neben den Seminaren gibt es an den Industrie- und Handelskammern auch noch weitere Schulungen rund um den Beruf des Immobilienmaklers. Diese konzentrieren sich auf ein bestimmtes Fachgebiet, wie zum Beispiel die Wertermittlung von Immobilien, das Wettbewerbsrecht für Immobilienmakler oder auch bestimmte Arten des Verkaufs wie Zwangsversteigerungen oder Bieterverfahren. Diese sind besonders für bereits praktizierende Immobilienmakler interessant und auch weniger kostspielig. Einige Schulungen werden schon ab 150€ angeboten, andere liegen zwischen 300 bis 600€. 

Weitere Immobilienmakler-Angebote neben der IHK

Natürlich ist die IHK nicht die einzige Option, um sich weiterzubilden. Neben dem Angebot der IHK gibt es auch ähnliche Lehrgänge von verschiedenen Anbietern, wie Bildungszentren oder Akademien. Diese basieren oftmals auf den Modulen der Industrie- und Handelskammer und finden vor allem online statt. Dabei ist der große Vorteil für die Teilnehmer, dass sie von überall die Kurse besuchen können. Auch die freie Entscheidung, wann man einen Kurs belegen möchte, ist ein klarer Pluspunkt – gerade für Quereinsteiger, die möglicherweise nebenher noch einen Job haben. 

Zu den Lerninhalten zählen hier ebenfalls betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie spezifisches Managementwissen der Immobilienwirtschaft, wozu zum Beispiel die Vermietung und der Verkauf von Grundstücken und Immobilien gehört. Auch lernen Sie die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter, um am Ende als professionelle Schnittstelle agieren zu können. Aber auch spezialisiertes Fachwissen, wie zum Beispiel die Wertermittlung von Immobilien oder das Wettbewerbsrecht werden in den alternativ angebotenen Einrichtungen angeboten.

Bei diesen Kursen ist manchmal auch der Preis ausschlaggebend. Dieser pendelt sich zwar meist in der gleichen Höhe wie die Schulungen bei der Industrie- und Handelskammer ein. Allerdings ist es dennoch möglich, auch mal ein Schnäppchen zu schlagen. Außerdem gibt es bei einigen Online-Anbietern ein nettes Zusatzangebot: In einigen Fällen werden auch monatliche Zahlungen erlaubt, ähnlich eines Abo-Modells. Dort erhält man pro Monat eine bestimmte Anzahl an Unterrichtsstunden, die frei verteilt werden können. Nur für diese muss dann gezahlt werden, was in der Regel einem monatlichen Kostenfaktor im dreistelligen Bereich gleichkommt.

Ganz gleich, ob Sie sich für die IHK oder ein alternatives Bildungszentrum entscheiden, ob Sie Präsenz oder online bevorzugen, all die Angebote erfüllen die Vorschriften und Anforderungen gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer der Eigentümer-Makler Plattform Jacasa in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller

Häufige Fragen – Immobilienmakler IHK

  • Wie lange dauert der Immobilienmakler-Lehrgang der IHK?

    Hierauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn die Lehrgänge unterscheiden sich von Standort zu Standort. Sie können sich über ein paar Tage, einige Wochen oder auch Monate ziehen, je nachdem, wie diese aufgebaut sind.

  • Für wen eignet sich der Immobilienmakler-Lehrgang der IHK?

    Am besten eignet sich der Lehrgang für Quereinsteiger, die bereits im Berufsleben stehen. Für Schulabgänger empfiehlt sich eher eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder ein Studium im Bereich Immobilienwirtschaft oder -marketing.

  • Welche Kosten entstehen beim Immobilienmakler-Lehrgang?

    Auch hierauf gibt es keine klare Antwort, denn auch die Preise variieren je nach Standort. Der Lehrgang kostet zwischen 1.000 und 2.500€, einzelne Seminare gibt es aber auch schon ab 150€.

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