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JACASA Letter KW25 2026

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
20. Jun 2026 / 7 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW25 2026

Aktuelle Artikel

Verfassungszweifel am neuen Heizungsgesetz

Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen verfassungsrechtliche Zweifel am geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz der schwarz-roten Koalition. Die Gutachter halten es für fraglich, ob die Emissionsminderungen im Gebäudebereich mit den Neuregelungen rechtzeitig erreicht werden. Kern der Reform ist, die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen zu streichen. Künftig sollen wieder Gas- und Ölheizungen eingebaut werden dürfen, wenn sie schrittweise steigende Anteile CO2‑neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Auch das bisher vorgesehene Verbot, Heizkessel ab 2045 mit fossilen Brennstoffen zu betreiben, soll entfallen. Die Bundesregierung spricht von Technologieoffenheit statt „Heizungszwängen“. Das Gutachten verweist auf Artikel 20a des Grundgesetzes und die Klimaschutzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2021. Das Gericht habe zwar kein ausdrückliches Verschlechterungsverbot für Einzelmaßnahmen formuliert und bisher nur über Gesamtziele entschieden. Offen sei aber, wie es die geplanten Änderungen bewerten würde. Erhebliche Zweifel bestünden, ob die Verschiebung von Reduktionen in die Zukunft mit der Pflicht vereinbar ist, Eingriffe nicht zulasten jüngerer Generationen aufzuschieben. Grüne und Linke kritisieren den Entwurf scharf; die Linke prüft eine Klage. Grünen-Politiker Michael Kellner warnt vor einer möglichen Niederlage vor dem Bundesverfassungsgericht. Union und SPD verteidigen das Gesetz. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betont, die Wärmepumpe bleibe in den meisten Gebäuden Leittechnologie, die Förderung laufe weiter. Die SPD verweist auf mangelnde Akzeptanz der bisherigen Regeln und verspricht mehr Wahlfreiheit.

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Regierung erwägt Einkommensgrenze bei Heizungsförderung

Das Gebäudemodernisierungsgesetz wird im Bundestag beraten. Union und SPD prüfen dabei auch Änderungen an der Heizungsförderung, weil der finanzielle Spielraum begrenzt ist. Bisher gilt: Wer eine fossile Heizung durch eine klimafreundliche ersetzt, erhält je nach Einkommen bis zu 70 Prozent Zuschuss. Die volle Förderung gibt es für Haushalte mit weniger als 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, alle anderen bekommen bis zu 50 Prozent. Förderfähig sind maximal 30.000 Euro Investition, der Zuschuss liegt damit höchstens bei 21.000 Euro. Nach Informationen aus Berliner Kreisen steht nun eine neue Systematik im Raum: Eine Einkommensgrenze von 90.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen könnte künftig darüber entscheiden, ob es überhaupt direkte Zuschüsse gibt. Gutverdienende würden dann keine Förderung mehr erhalten, sondern Ausgaben über drei Jahre steuerlich absetzen können. Aus der Wärmepumpenbranche kommt deutliche Kritik. Sie warnt vor Kaufzurückhaltung, einem möglichen Wechsel zu fossilen Alternativen sowie vor Nachteilen für deutsche Hersteller bei einer Umstellung von prozentualen Zuschüssen auf Pauschalen. Zugleich verweisen Studien auf einen Zusammenhang zwischen hoher Förderung und hohen Wärmepumpenpreisen in Deutschland; Pauschalen könnten Preisdruck erzeugen. Der Energieanbieter Octopus Energy plädierte grundsätzlich für ein planbares Auslaufen der Förderung, sieht die aktuell diskutierte Umstellung jedoch als verunsichernd. Über die künftige Förderung muss die Bundesregierung noch entscheiden. Die aktuelle Richtlinie gilt bis Ende 2026; ein Beschluss kann mit dem GModG vor der Sommerpause oder erst im Herbst fallen.

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Bauzinsen stagnieren trotz EZB-Anhebung auf hohem Niveau

Die EZB hat im Juni den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Der Schritt war erwartet. Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage, zu starke Anhebungen gefährden jedoch die schwache Konjunktur. Für Baufinanzierungen ist der Effekt begrenzt, weil die Märkte den Schritt bereits eingepreist haben. Laut Interhyp bilden die Bauzinsen ein „Plateau um rund vier Prozent“ bei zehnjähriger Zinsbindung. Kurzfristig erwarten drei Viertel der Institute stabile Konditionen, ein Viertel steigende, langfristig wird ein weitgehend stabiles Niveau gesehen. Geringe Schwankungen eröffnen Einstiegsmöglichkeiten, ein Bankvergleich kann Konditionen verbessern. Anschlussfinanzierungen rücken in den Fokus: Viele Darlehen aus der Niedrigzinsphase laufen zwischen 2026 und 2030 aus. Trotz heutiger Zinsen um vier Prozent ist die Monatsrate häufig nicht höher, teils niedriger. Gründe sind damals kleinere Kreditbeträge, hohe Anfangstilgungen und gestiegene Nettoeinkommen. Der Anteil potenziell kritischer Fälle liegt laut Interhyp unter einem Prozent. Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Für 300.000 Euro mit zehn Jahren Zinsbindung und zwei Prozent Tilgung stieg die Rate von rund 1.375 Euro bei 3,5 Prozent auf etwa 1.500 Euro bei knapp vier Prozent, plus 125 Euro pro Monat. Wer die Darlehenssumme senkt und mehr Eigenkapital einbringt, reduziert Zinskosten und verbessert Konditionen durch einen niedrigeren Beleihungsauslauf. Sinnvoll sind Anfangstilgungen von 1,5 bis 2 Prozent; bei Annuitätendarlehen wächst der Tilgungsanteil über die Zeit schneller, je höher der Zinssatz. Am Markt berichtet Remax von mehr Angeboten durch berufliche und regionale Wechsel; Käufer passen ihre Preisvorstellungen an. Ökonomen halten weitere EZB-Schritte für möglich, aber keine Serie. Der ZIA fordert bessere Rahmenbedingungen wie AfA-Verbesserungen, Bürgschaften und Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer, da hohe Kosten Neubau und Sanierungen bremsen.

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Käufer achten stärker auf Energieeffizienz und Folgekosten

Eine Online-Umfrage von VON POLL IMMOBILIEN zeigt: Beim Kauf zählen Energiekosten, energetische Qualität und mögliche Modernisierungsausgaben deutlich stärker. Energiepreise, Inflation und geopolitische Unsicherheiten prägen 2026 das Marktumfeld. Käufer betrachten Objekte ganzheitlicher und kalkulieren Mittel- und Langfristkosten. „Transparenz zum energetischen Zustand gewinnt an Bedeutung.“ Im Kundengespräch messen 36% der befragten Experten Energiepreisen und Inflation aktuell eine mittlere Relevanz bei, 33% eine große und 13% eine sehr große. Für 16% ist das Thema untergeordnet, für knapp 2% ohne Bedeutung. Die Energieeffizienz wirkt spürbar auf die Kaufentscheidung: 48% berichten von starkem, 20% von sehr starkem Einfluss. Rund ein Viertel sieht einen mittleren Einfluss. Gut 5% halten die Bedeutung derzeit für gering; niemand meldet gar keinen Einfluss. Bei sanierungsbedürftigen Immobilien beobachten 63% seit Jahresbeginn eine leicht oder deutlich rückläufige Nachfrage. 28% sehen keine Veränderung, 9% ein leicht gestiegenes Interesse. Höhere Bau-, Material- und Energiekosten erhöhen die Sensibilität für Sanierungsaufwand und Folgekosten. Für die nächsten zwei bis drei Jahre erwarten 57% eine deutlich höhere, 29% eine etwas höhere Relevanz der Energieeffizienz. 9% rechnen mit stabiler Bedeutung, gut 5% mit sinkender.

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Baugenehmigungen steigen im April, Bedarf bleibt hoch

Der Aufwärtstrend bei Baugenehmigungen hat sich im April fortgesetzt. Laut Statistischem Bundesamt wurden 20.200 Wohnungen genehmigt, 1.700 mehr als vor einem Jahr (+9,2 Prozent). Baugenehmigungen gelten als Frühindikator für künftige Bauaktivität und damit für das Wohnungsangebot. Bereits 2025 war erstmals seit 2021 wieder ein Jahresplus verzeichnet worden: 238.500 genehmigte Wohnungen, elf Prozent mehr als 2024. Von Januar bis April 2026 stiegen die Genehmigungen um 13,2 Prozent auf 83.700. Den größten Anteil tragen Mehrfamilienhäuser mit 44.300 Genehmigungen (+14,7 Prozent). Bei Einfamilienhäusern wurden 15.900 (+11,7 Prozent) und bei Zweifamilienhäusern 4.900 Einheiten (+22,9 Prozent) genehmigt. Hinzu kommen Wohnungen in Wohnheimen und durch Umbauten. Der Schwung nimmt jedoch ab: Im Februar lag das Plus noch bei 24,1 Prozent, im März bei 11,5 Prozent. Experten verweisen auf höhere Zinsen und Materialkosten. Branchenverbände begrüßen die Entwicklung, warnen aber vor anhaltenden Engpässen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mahnt, Genehmigungen müssten in Bau und Fertigstellungen münden; die Zahlen für 2025 und der schwache Auftragseingang zeigten Defizite. Gefordert werden verlässliche, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Eine Investorenkonferenz des Bundesbauministeriums in Frankfurt soll Kapital für den Wohnungsbau mobilisieren. Der ZDB betont: Für den Bedarf von 320.000 Wohnungen jährlich bräuchte es mindestens 26.700 Genehmigungen pro Monat. Hohe Finanzierungskosten verunsichern, 2025 verfielen 35.700 Genehmigungen – so viele wie seit 2002 nicht.

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Gerechte Verteilung der WEG-Sanierungskosten nach BGH

Der Bundesgerichtshof hat ein neues Urteil zu Sanierungskosten in Wohnungseigentümergemeinschaften gefällt. Kernaussage: Die Kostenverteilung muss gerecht sein. Entscheidungen der Gemeinschaft sollen Fairness sichern und Benachteiligungen vermeiden.

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Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
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