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JACASA Letter KW28 2026

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
11. Jul 2026 / 6 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW28 2026

Aktuelle Artikel

Neubau 2026 wohl nur 200.000 Wohnungen

Die Wohnungswirtschaft rechnet 2026 mit rund 200.000 fertiggestellten Wohnungen. Der jährliche Bedarf liegt laut GdW bei etwa 320.000. 2025 wurden 206.600 Wohnungen gebaut, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgründe sind stark gestiegene Bau- und Finanzierungskosten. Die Baupreise im Wohnungsbau liegen seit Ende 2019 rund 51 Prozent höher, die Zinsen haben sich seit 2021 vervierfacht. Viele genehmigte Projekte bleiben deshalb liegen. Auch die gemeinwohlorientierten Unternehmen im GdW kürzen. Nach 24.000 Einheiten 2025 erwarten sie 2026 nur noch etwa 16.000. Die GdW-Mitglieder investierten 2025 insgesamt 20,8 Milliarden Euro, davon 12,7 Milliarden in den Bestand. Die Ausgaben für Neubau sanken auf 8,1 Milliarden Euro und sollen 2026 um weitere 26 Prozent auf 6 Milliarden zurückgehen. Die Bundesregierung will gegensteuern. Im Baurecht gilt nun ein Vorrang für Wohnungsbau, Genehmigungen sollen schneller laufen. Zudem bereitet das Bauministerium den Gebäudetyp E vor, einen vereinfachten Standard zur Kostensenkung. Der GdW vertritt rund 3000 Unternehmen mit 13 Millionen Mieterinnen und Mietern. Die durchschnittliche Nettokaltmiete in diesem Bestand lag 2025 bei 6,93 Euro pro Quadratmeter, der Bundesdurchschnitt bei 7,76 Euro. Der Verband warnt vor Kürzungen beim Wohngeld; geplant sind Einsparungen, die sich bis 2027 auf rund 1,5 Milliarden Euro bei Bund und Ländern summieren.

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Angebotsmieten in Großstädten in zehn Jahren plus 51 Prozent

Die Angebotsmieten in den 40 größten Städten Deutschlands sind binnen zehn Jahren im Mittel um 51 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbunds auf Basis von Empirica-Daten. In Berlin kletterten die geforderten Quadratmeterpreise von durchschnittlich 8,93 Euro Anfang 2016 auf 15,80 Euro Anfang 2026, ein Plus von 76,9 Prozent. Hamburg verzeichnete ein Plus von 54,2 Prozent auf 16,18 Euro, München von 51,6 Prozent auf 23,26 Euro. Besonders kräftige Zuwächse meldeten Rostock mit 83 Prozent auf 11,00 Euro sowie Lübeck mit 71,3 Prozent auf 12,52 Euro. Die Erhebung bezieht sich ausschließlich auf Angebotsmieten und damit Neuvermietungen. Bestandsmieten liegen deutlich darunter. Der betrachtete Marktanteil ist klein: In Berlin wechseln im Schnitt rund 5000 Wohnungen pro Monat die Mieterinnen und Mieter. Dem stehen mehr als zwei Millionen Wohnungen insgesamt gegenüber, davon deutlich über 80 Prozent Mietwohnungen. Anlässlich bundesweiter Aktionstage fordert der DGB mehr Investitionen in den sozialen und öffentlichen Wohnungsbau und schärfere Regeln gegen Mietwucher. Zudem kritisiert der Verband geplante Kürzungen beim Wohngeld.

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Neues Heizungsgesetz kurz vor Abstimmung im Bundestag

Das neue Heizungsgesetz (Gebäudemodernisierungsgesetz) hat im federführenden Ausschuss für Wirtschaft und Energie eine Mehrheit gefunden. Damit könnte das Bundestagsplenum den Entwurf in den nächsten Tagen beraten, auch der Bundesrat soll sich zeitnah befassen. Der genaue Termin steht jedoch noch nicht fest, weil das Bundesverfassungsgericht über einen Eilantrag der Linksfraktion gegen das Verfahren entscheiden muss. Die SPD spricht von pragmatischen Lösungen und verweist auf stärkeren Mieterschutz. Klimaneutrales Heizen im Neubau soll ab 2030 zum Standard werden. Ab 2045 dürfen keine Heizungen mit fossilen Brennstoffen mehr betrieben werden. Wärmepumpen und Fernwärme sollen beim Heizungstausch die Regeloptionen sein. Wo passende Alternativen fehlen, sind Übergangsregeln vorgesehen. Die Förderung für klimafreundliche Heizungen bleibt bestehen und soll stärker auf kleine und mittlere Einkommen zielen. Vermieter, die neue fossile Heizungen einbauen, sollen künftig die Hälfte der CO₂-Kosten, der Netzentgelte und des Bioanteils tragen. Kritiker sehen Rückschritte im Klimaschutz. Die Bundesregierung will weite Teile des früheren Ampel-Gesetzes zurückdrehen. Öl- und Gasheizungen können weiter betrieben und neu eingebaut werden, müssen aber ab 2029 mit steigenden Anteilen von Biogas oder Bioöl laufen. Auch Brennstoffhändler sollen im Bestand schrittweise biogene Beimischungen liefern. Die umstrittene Biotreppe gilt als riskant, weil klimafreundliche Gase und Öle knapp und teuer sind. Union und SPD schlagen Nachschärfungen vor: Bis 2045 soll eine vollständige Umstellung auf alternative Brennstoffe verpflichtend sein; bislang ist nur ein Zielwert von 60 Prozent Bioanteil bis 2040 vorgesehen. Die Linke warnt vor höheren Emissionen und kritisiert fehlende Belastungszahlen sowie unklare Verfügbarkeit von Biobrennstoffen.

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Wärmepumpen bleiben gefragt trotz weniger Förderung

Die Förderung für Wärmepumpen wird gekürzt. Gleichzeitig erleichtert das neue Gebäudeenergiegesetz den Einbau fossiler Heizkessel. Trotzdem setzt sich die Wärmepumpe weiter durch. Der Kommentar beschreibt stillen Fortschritt im Alltag: Auf vielen Dächern liegen inzwischen Photovoltaikmodule. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet im ersten Halbjahr 2026 fast 50 Prozent mehr Neuzulassungen reiner Elektroautos als im Vorjahreszeitraum. In zahlreichen Vorgärten stehen die Außeneinheiten von Wärmepumpen, sie prägen das Straßenbild. Nutzer wirken als Multiplikatoren: Sichtbare Anlagen und persönliche Erfahrungen überzeugen Nachbarn. So verbreitet sich die Technik auch bei gedrosselter Förderung. Der Text widerspricht der Annahme, der Aufschwung der Wärmepumpe sei mit den politischen Änderungen vorbei. Er verweist darauf, dass technologische Umbrüche oft leise, aber stetig verlaufen – getragen von konkreten Beispielen im Wohnumfeld und von messbaren Trends bei klimafreundlicher Energie und Mobilität.

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Zwangsversteigerungen H1 2026 mit mehr Terminen und höheren Werten

Argetra meldet für das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Anstieg bei Zwangsversteigerungen. Die versteigerten Verkehrswerte lagen bei 2,59 Mrd. Euro, plus 16,5 Prozent gegenüber H1 2025. Die Zahl der anberaumten Termine stieg um 8,4 Prozent auf 7.845. Die Auswertung basiert auf Veröffentlichungen von knapp 500 Amtsgerichten. Das Angebot wächst vor allem bei Wohnimmobilien. Rund 70 Prozent der Objekte sind Wohnbestand. Den größten Anteil stellen Ein- und Zweifamilienhäuser mit 50,5 Prozent, gefolgt von Eigentumswohnungen mit 20,6 Prozent. Gewerbe, Wohn- und Geschäftshäuser, Grundstücke und sonstige Objekte bilden zusammen 30 Prozent. Regional führt Nordrhein‑Westfalen mit rund 21 Prozent Marktanteil. Die Termine konzentrieren sich in einem Streifen von West nach Ost in der Mitte Deutschlands. Je 100.000 Haushalte verzeichnet Thüringen 33 Termine und damit mehr als doppelt so viele wie Bayern mit 14. Bundesweit waren es im Schnitt 19 nach 18 im Vorjahr. Bei den Verkehrswerten liegt Berlin vorn mit durchschnittlich über 1,6 Mio. Euro pro Objekt, ein Plus von 86,76 Prozent. Dahinter folgt Hamburg mit rund 640.000 Euro und einem Minus von 39,28 Prozent. Sachsen‑Anhalt bildet mit 96.000 Euro und minus 18,43 Prozent das Schlusslicht. Der Bundesdurchschnitt stieg auf 330.852 Euro nach 307.679 Euro. Unter den Städten mit den meisten Terminen führt weiterhin Berlin (minus 1,06 Prozent), gefolgt von Chemnitz, Leipzig, München, Neuruppin und Heilbronn. In den „Top 40“ neu dabei sind unter anderem Stralsund, Gera, Bingen, Bonn, Neuss und Rastatt. 14 dieser Städte zählen weniger als 50.000 Einwohner. Für das Gesamtjahr erwartet die Studie mehr als 15.000 Objekte, etwa 6,5 Prozent über 2025.

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Bund kürzt Förderung für Smart-City-Projekte

Der Bund reduziert die Mittel für Smart-City-Förderprogramme. Die Kürzung ist Teil der aktuellen Haushaltsplanung. Damit stehen Kommunen für laufende und geplante Digitalisierungsprojekte weniger Bundesgelder zur Verfügung. Angaben zum Umfang der Einschnitte fehlen. Auch welche Programme konkret betroffen sind und ab wann die Kürzungen greifen, bleibt offen.

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Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
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