Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, die Leitzinsen im Juli nicht zu senken, obwohl in den Finanzmärkten noch Raum für eine Senkung in diesem Jahr gesehen wird. Experten wie Christian Keller und Karsten Junius erwarten, dass die EZB im September möglicherweise die Zinsen senkt, während die Entscheidung für Dezember noch ungewiss ist. Die Zinsen für Verbraucherkredite wie Ratenkredite sind trotz der Senkungen der EZB-Leitzinsen nur geringfügig gefallen. Verivox zeigt, dass die Banken ihre Margen erhöht haben, was zu höheren Zinsen für Verbraucher führt. Die Bauzinsen sind ebenfalls gestiegen, beeinflusst durch die Renditen der Bundesanleihen und die geplante Staatsverschuldung. Die aktuelle Zinspause der EZB spiegelt die Unsicherheit in der Wirtschaft und die Auswirkungen internationaler Handelskonflikte wider.
Eine aktuelle Studie von IW Köln und Interhyp zeigt, dass die Erschwinglichkeit von Eigenheimen in Deutschland sich seit 2023 verbessert hat. Der Erschwinglichkeitsindex, der das Verhältnis von monatlicher Annuität zum Haushaltsnettoeinkommen zu den Immobilienpreisen misst, zeigt, dass Ein- und Zweifamilienhäuser besonders in kleineren Großstädten und ländlichen Gebieten bezahlbar sind. In den Metropolen und am oberbayerischen Alpenrand bleibt Wohneigentum jedoch teuer. Der Indexwert von 100 markiert die Schwelle zur Erschwinglichkeit, wobei die einkommensstärkeren 30 Prozent der Haushalte nicht mehr als 35 Prozent ihres Einkommens für die Rate aufwenden dürfen. Regionen wie das Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen weisen die höchsten Indexwerte auf, während Bayern, Berlin und Hamburg am unteren Ende liegen. Trotz gesunkener Immobilienpreise und gestiegener Einkommen bleibt das eigene Haus in den sieben größten deutschen Städten und deren Umland für viele unerschwinglich.
In Deutschland steigen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen wieder, besonders in großen Städten und deren Umland. Laut einer Analyse von Empirica sind die Preise für Neubauwohnungen seit dem zweiten Quartal 2022 um vier Prozent gestiegen, während Bestandswohnungen einen leichten Anstieg verzeichnen, aber immer noch 9 Prozent unter dem Niveau von 2024 liegen. Die Mieten sind seit 2022 sowohl bei Neubauten als auch im Bestand deutlich gestiegen. Experten raten Kapitalanlegern zu Investitionen in Top-Städte oder deren Speckgürtel, da hier das Risiko von Leerständen gering ist und die Nachfrage weiterhin steigen wird. Trotz der aktuellen Preiserholung gibt es Städte wie Gütersloh und Rosenheim, wo die Preise weiter fallen. Investoren sollten nicht mit großen Mietsteigerungen planen, da der Markt zunehmend reguliert wird und technische Anlagen in Gebäuden nicht sehr langlebig sind.
Beim Abschluss von Maklerverträgen haben Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht, das sich bei fehlender oder fehlerhafter Belehrung auf bis zu 12 Monate und 14 Tage verlängern kann. Dieses Recht gilt für Verträge, die online, per E-Mail oder zu Hause geschlossen werden. Die Widerrufsfrist beginnt erst, wenn der Makler den Verbraucher ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert und ein Muster-Widerrufsformular bereitgestellt hat. Fehlt diese Belehrung, kann der Verbraucher den Vertrag auch nach Monaten noch widerrufen und bereits gezahlte Provisionen zurückfordern. Ein BGH-Urteil bestätigt, dass ohne korrekte Belehrung kein Provisionsanspruch für den Makler besteht, selbst wenn die Immobilie bereits erfolgreich vermittelt wurde.
Die Installation von Überwachungskameras an privaten Wohnorten ist mit vielen rechtlichen Einschränkungen verbunden. Auf dem eigenen Grundstück sind Kameras erlaubt, solange sie nicht auf öffentliche Wege oder Nachbargrundstücke gerichtet sind. In Mehrfamilienhäusern dürfen gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Flure und Treppenhäuser nicht gefilmt werden. Auch die Verwendung von Kamera-Attrappen kann rechtliche Probleme verursachen, wenn sie auf fremde Bereiche gerichtet sind. Türklingeln mit Kamerafunktion sind nur unter strengen Bedingungen zulässig, wie z.B. keine dauerhafte Speicherung der Aufnahmen und Begrenzung der Kameraausrichtung. Datenschutz spielt eine große Rolle, und es ist wichtig, dass Aufnahmen nicht länger gespeichert werden als nötig, wobei eine maximale Speicherdauer von 72 Stunden empfohlen wird.
Der Immobilienverband IVD Nord schlägt Alarm: Kleinere Mehrfamilienhäuser und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) finden immer seltener professionelle Hausverwaltungen. Die gestiegenen Anforderungen, darunter ESG-Vorgaben und erhöhte Erwartungen von Eigentümern und Mietern, überfordern besonders kleinere Verwaltungsbüros. Die Folge ist ein Rückzug aus kleineren Mandaten, da die Vergütung oft nicht kostendeckend ist. Der IVD fordert bessere Rahmenbedingungen für Verwalter, darunter höhere Honorare und weniger Bürokratie, sowie Ausbildungsinitiativen zur Fachkräftesicherung. Ohne Verbesserungen könnte sich die Verwaltungskrise weiter verschärfen, was negative Auswirkungen auf die Immobilienqualität und den sozialen Frieden hätte.
Das Berliner Proptech-Startup Buena hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 58 Millionen US-Dollar, etwa 53,4 Millionen Euro, erhalten. Die Finanzierung wurde von GV (früher Google Ventures) angeführt, mit weiteren Beiträgen von 20VC, Stride und dem deutschen Investor Capnamic. Buena plant, das frische Kapital zur Weiterentwicklung seiner KI-gestützten Software zu nutzen, die bereits über 60.000 Wohneinheiten verwaltet, und strebt eine flächendeckende Expansion in Deutschland an. Das Unternehmen automatisiert wichtige Verwaltungsaufgaben wie Buchhaltung und Jahresabschlüsse und hat eine AI-Rollup-Strategie eingeführt, bei der kleine Hausverwaltungen übernommen und digitalisiert werden. Diese Strategie hat zu einem schnellen Wachstum geführt, mit einem Umsatzanstieg von über 300% im Jahr 2023 und über 500% im Jahr 2024. Buena plant auch, in den US-Markt einzutreten, der ein potenzielles Marktvolumen von 650 Milliarden US-Dollar bietet.