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JACASA Letter KW37

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
13. Sep 2025 / 9 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW37

Aktuelle Artikel

EZB hält Leitzinsen stabil – Unsicherheit dominiert

Die EZB belässt die Leitzinsen im Euroraum unverändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent. Nach acht Senkungen binnen eines Jahres setzt die Notenbank auf Abwarten. Gründe: gebremste Inflation und ein sehr unsicheres Umfeld. Im August lag die Teuerung bei 2,1 Prozent und damit nahe am Ziel. Einige Währungshüter halten es für möglich, dass die Inflation im kommenden Jahr sogar darunter fällt. Gleichzeitig bremsen höhere US‑Zölle, ein stärkerer Euro und schärferer globaler Wettbewerb das Wachstum. In Frankreich verschärft eine Regierungskrise die Unsicherheit. Die Renditen französischer Staatsanleihen sind gestiegen, die Spreads zu Bundesanleihen haben sich ausgeweitet. Am Freitag steht eine wichtige Bonitätsprüfung durch Fitch an. An den Märkten kursiert die Frage, ob die EZB Frankreich im Krisenfall mit Anleihenkäufen stützen würde. Das Instrument existiert, die Hürden dafür sind jedoch hoch. Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, fiel laut Christine Lagarde einstimmig. Viele Ökonomen rechnen 2025 mit keinen weiteren Änderungen. Die EZB hält sich alle Optionen offen. Was heißt das für Makler: Kurzfristig bleiben Bauzinsen tendenziell stabil. Ausschläge kommen vor allem über die Kapitalmarktrenditen. Verschärft sich der Frankreich‑Stress, könnten Risikoprämien steigen und Finanzierungen teurer werden. Drückt die Unsicherheit das Wachstum, wären fallende Renditen und etwas niedrigere Zinsen möglich. Jetzt Zinsbindungen, Forward‑Optionen und Finanzierungszusagen mit Partnern prüfen.

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Immobilienpreise 2025: Leipzig und Dortmund holen stark auf

Die immowelt-Auswertung zeigt: Die Preisentwicklung in den 15 größten Städten läuft auseinander. München bleibt der teuerste Markt. Wohnungen kosten im Schnitt 8.187 €/qm, Häuser 9.744 €/qm. Das sind rund 4 bis 5 Prozent mehr als 2024, mit gedämpfter Dynamik. Die stärksten Zuwächse melden Leipzig und Dortmund. In Leipzig steigen Wohnungspreise um 10,8 Prozent auf 2.545 €/qm, Hauspreise um 9,2 Prozent auf 3.084 €/qm. Dortmund legt bei Wohnungen um 8,0 Prozent auf 2.640 €/qm zu, bei Häusern um 3,8 Prozent auf 3.352 €/qm. Bei Häusern zeigt sich ein gemischtes Bild: Deutliche Plus in Düsseldorf (+8,9 %; 5.162 €/qm), Frankfurt (+6,4 %; 4.765 €/qm) und Bremen (+5,9 %; 2.784 €/qm). Rückgänge in Hannover (-1,9 %; 3.364 €/qm), Essen (-1,9 %; 3.841 €/qm) und Hamburg (-0,2 %; 5.116 €/qm). Hamburg fällt auf: Wohnungen verteuern sich um 4,8 Prozent auf 5.976 €/qm, Häuser geben leicht nach. Das spricht für eine Verschiebung der Nachfrage. Großstädte mit stabilem Verlauf: Berlin mit +2,9 % bei Wohnungen (4.883 €/qm) und +0,5 % bei Häusern (4.543 €/qm). Köln mit +5,4 % bei Wohnungen (4.940 €/qm) und +1,6 % bei Häusern (5.029 €/qm). Stuttgart mit +1,0 % bei Wohnungen (4.479 €/qm) und +5,8 % bei Häusern (6.282 €/qm). Weitere Werte: Nürnberg Wohnungen +5,4 % (3.578 €/qm), Häuser +0,1 % (4.239 €/qm). Dresden Wohnungen +5,0 % (2.744 €/qm), Häuser +4,3 % (3.582 €/qm). Duisburg Wohnungen -0,4 % (1.828 €/qm), Häuser +7,5 % (2.774 €/qm). Methodik: Ausgewertet wurden auf immowelt.de inserierte Angebote, hedonisch bereinigt. Referenzobjekt sind Bestandswohnungen mit 75 qm, 3 Zimmern, 1. OG, Baujahr 1990er. Stichtage 01.09.2025 vs. 01.09.2024. Es handelt sich um Angebots-, nicht um Abschlusspreise. Fazit: Regionale Unterschiede nehmen zu. Für Makler heißt das: Preise und Vermarktungsstrategie lokal feinjustieren und zwischen Wohnungs- und Haussegment differenzieren.

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OLG Brandenburg: Maklervertrag auch durch Verhalten möglich

Das OLG Brandenburg (Urteil vom 3.4.2024, 4 U 105/23) stärkt Makler bei Konzernkunden: Ein Maklervertrag kann ohne Unterschrift entstehen, wenn der Makler die Provisionspflicht klar kommuniziert und der Kunde anschließend Maklerleistungen nutzt. Im Fall verlangte eine Maklerin Provision für ein Immobilienpaket. Der Geschäftsführer der Käuferseite war Mehrfachgeschäftsführer mehrerer Gesellschaften und kommunizierte durchgehend mit der Maklerin, nahm Exposés entgegen und nutzte weitere Leistungen. Ein LOI lief über eine andere Konzerngesellschaft; der notarielle Kaufvertrag wurde später von der beklagten Gesellschaft abgeschlossen. Die Maklerin stellte dieser die Provision in Rechnung. Der Geschäftsführer erhob keinen Widerspruch und sagte Zahlung zu – gezahlt wurde nicht. Das Gericht sah ein provisionspflichtiges Angebot bereits in der Übersendung des Exposés mit eindeutigem Provisionshinweis (§ 652 BGB). Die Annahme erfolgte konkludent durch Inanspruchnahme der Leistungen. Wer Vertragspartner ist, bestimmte das Gericht per Auslegung (§§ 133, 157 BGB): Bei Vertretung mehrerer Gesellschaften kann der Vertragspartner nachträglich durch das Verhalten des Vertreters feststehen. Entscheidend waren hier das Ausbleiben von Einwänden gegen die Provisionsrechnung und die Zahlungszusagen. Dass Käufer und Maklerkunde oft nicht identisch sind, ändere daran nichts. Praxis: Provisionspflicht immer ausdrücklich und schriftlich kommunizieren (Exposé, E-Mail) und lückenlos dokumentieren. So sichern Makler ihre Ansprüche gegenüber Unternehmensgruppen.

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Studie: Demografie bremst Werte – drohen japanische Verhältnisse?

Eine neue, WELT zufolge exklusive Studie stellt die verbreitete Annahme infrage, dass Immobilienpreise langfristig immer weiter steigen. Die Perspektiven für die Wertentwicklung verschlechtern sich. Genannt werden vor allem zwei Treiber: Demografie und Politisierung. Im Extrem drohen Entwicklungsmuster wie in Japan – lange Stagnation, selektive Wertverluste und ein stärker gespaltenes Marktbild. Für Makler in Deutschland ist das ein Weckruf: Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung außerhalb der Zuzugszentren dämpfen regional die Nachfrage, erhöhen Leerstände und verschieben den Fokus auf wenige, robuste Mikrolagen. Gleichzeitig verunsichern politische Eingriffe und Regulierungen den Markt. Mietrechtliche Eingriffe, energetische Vorgaben und unklare Perspektiven erschweren Investitionsentscheidungen, verlängern Verkaufsprozesse und drücken auf Bewertungsspielräume. Die Folge: Preisanpassungen, mehr Objektprüfung, strengere Finanzierungen und kritische Käufer. Was jetzt zählt: Lagequalität noch enger fassen, Zielgruppen exakt bedienen (z. B. Seniorenhaushalte, Studierende, Zuzugskorridore), Energieklasse und Sanierungsfahrpläne transparent machen, realistische Preisberatung statt Preisfantasie, belastbare Miet- und Rendite-Storys sowie Exit-Strategien. In A-Toplagen bleiben stabile Werte möglich, doch selbst dort nimmt die Spreizung nach Zustand, Energieeffizienz und Gemeinschaftseigentum zu. Wer proaktiv auf Transparenz, Daten und klare Narrative setzt, kann in einem politisierten, demografisch herausfordernden Umfeld weiterhin Abschlüsse sichern.

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KI-Hype trifft Datenlücken: ZIA-Studie zur Immobilienbranche

Die deutsche Immobilienwirtschaft steckt in einem Widerspruch: 90 Prozent der Firmen sehen Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie der nächsten fünf Jahre, doch viele scheitern weiter an Basisaufgaben der Digitalisierung. Das zeigt die zehnte Digitalisierungsstudie von ZIA und EY Parthenon. Laut Studie hat die Branche zwar den Schritt von Pilotprojekten zu ersten Standards begonnen. Beispiele wie digitale Zwillinge, BIM-basierte Planung oder smarte Quartiere zeigen das Potenzial. Aber sie bleiben Ausnahmen. In der Breite bremsen Datenlücken, Insellösungen und fehlende Schnittstellen. Stammdaten sind oft unvollständig, Prozesse nicht durchgängig digital, Systeme arbeiten nicht zusammen. Ohne verlässliche, strukturierte Daten entfalten KI-Anwendungen wie automatisierte Bewertungen, Marktprognosen, Betriebskosten-Optimierung oder Mieterkommunikation kaum Wirkung. Hinzu kommen Hemmnisse: Fachkräftemangel in IT und Daten, Unsicherheiten bei Datenschutz und Regulierung sowie knappe Budgets in einem angespannten Marktumfeld. Der Verband spricht von einem „Marathon“ – Fortschritt ist da, aber strukturelle Defizite verzögern die Skalierung. Die Studie empfiehlt einen Fokus auf Datenqualität, klare Governance, einheitliche Datenmodelle und API-fähige Systeme. Für Makler heißt das: Objektdaten konsequent pflegen, CRM und Portale sauber verknüpfen, Markt- und Geodaten integrieren und mit kleinen, messbaren KI-Piloten starten (z. B. Preisindikation, Exposé-Texte, Lead-Scoring). Erst saubere Daten, dann KI – sonst bleibt der Hype ohne Nutzen.

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Anleger drängen ins Wohnsegment – Wohnungsmangel treibt Trend

Die Immobilien Zeitung meldet einen klaren Trend: Immer mehr Investoren wollen Wohnimmobilien kaufen. Der Grund ist der anhaltende Wohnungsmangel. Er schiebt das Segment auf den Einkaufslisten nach oben. Auf der Wohnimmobilienkonferenz des BIIS fiel sogar das Label „everybody’s darling“. Kapitalgeber prüfen wieder häufiger Mietwohnungsbestände, Quartiere und laufende Projekte. Viele sehen Wohnen als stabiler als Teile des Gewerbes. Mieten fließen planbarer. Die Nachfrage ist hoch. Das führt zu mehr Bewegung in Prozessen. Bieterverfahren ziehen an. Suchprofile werden breiter. Core bleibt gefragt. Selektive Value-Add-Chancen rücken ebenfalls in den Blick. Hürden bleiben. Finanzierungen sind anspruchsvoll. Regulatorik und Mietrecht setzen Grenzen. ESG-Vorgaben vertiefen die Prüfung. Hohe Baukosten bremsen Neubau. Unterm Strich sehen Marktteilnehmer beste Chancen in wirtschaftsstarken Lagen und bezahlbaren Segmenten. Für Makler heißt das: wohnungsnahe Produkte aktiv sourcen, Datenräume sauber vorbereiten, Prozesse straffen, Off-Market-Zugänge pflegen und Nachfrageprofile schnell bedienen.

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Bauzinsen Richtung 4%: Deutschland nur Mittelmaß in EU

Die Baufinanzierung in Deutschland verteuert sich wieder. Der Artikel berichtet, dass die durchschnittlichen Sollzinsen für neue Immobilienkredite im ersten Quartal bei 3,57 Prozent lagen. Das zeigt eine Auswertung von Verivox auf Basis von Daten des europäischen Hypothekenverbands EMF. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit nur Mittelfeld. In mehreren Ländern können Käufer deutlich günstiger finanzieren. Spanien ist aktuell am günstigsten. Dort liegen die Zinsen rund ein Viertel unter dem deutschen Niveau. Zugleich nähern sich hiesige Bauzinsen wieder der Marke von vier Prozent. Die jüngste Entwicklung am Kapitalmarkt hat daran einen Anteil. Das bremst die Erholung am Immobilienmarkt. Der Beitrag stellt die Frage, warum Deutschland teurer ist als andere Länder. Genannt werden markt- und produktbezogene Gründe: In Deutschland sind lange Zinsbindungen üblich, Banken sichern sich umfassend ab, das erhöht die Kosten. Unterschiede in Regulierung, Wettbewerbsintensität und Refinanzierung spielen ebenfalls eine Rolle. Für Käufer heißt das: höhere Monatsraten und weniger Kaufkraft. Für Verkäufer erschwert das den Abschluss. Der europäische Vergleich ordnet die Lage ein, zeigt aber auch: Ein schnelles Absinken der Bauzinsen ist nicht in Sicht.

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Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
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