Der neue Sondertopf von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur stößt auf deutliche Kritik der Bauindustrie. Aus Sicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie entstehen kaum zusätzliche Investitionen, weil die Regierung den schrumpfenden Regelhaushalt mit dem Sondervermögen ausgleicht. Für 2026 sind für Straßen, Schienen und Wasserwege insgesamt 33,7 Milliarden Euro geplant – nur 270 Millionen mehr als 2025. Bei Fernstraßen steigt der Ansatz auf 10,3 Milliarden Euro (+260 Millionen). Das reiche praktisch nur für wenige Brücken, während hunderte sanierungsbedürftig sind. Zudem dürften Preissteigerungen den geringen Zuwachs aufzehren. Von den 500 Milliarden sollen 100 Milliarden an die Länder gehen und 100 Milliarden in den Klimaschutz. Laut HDB erhalten Kommunen jedoch nicht mehr wie vorgesehen den Großteil der Länder-Mittel, obwohl ihre Defizite 2026 auf 35 Milliarden Euro steigen könnten. Zusätzlich kritisiert die Branche die zersplitterte Vergabepraxis: Kommunen teilen Projekte in viele Einzelleistungen, was Zeit und Koordination verteuert. Die Bauwirtschaft wäre grundsätzlich lieferfähig (Auslastung rund 70 Prozent), müsse aber digitaler werden. Die IG BAU mahnt, politische Zusagen einzuhalten, sonst drohten Vertrauensverluste. Der Rohstoffverband fordert, heimische Sand- und Kiesgewinnung rechtlich zu priorisieren, um Genehmigungen zu beschleunigen und Engpässe zu vermeiden. Relevanz für Makler: Langsamer Infrastrukturausbau und knappe Rohstoffe halten Baukosten hoch; kommunale Investitionen bleiben unsicher. Chancen: freie Baukapazitäten können Sanierungen und Modernisierungen erleichtern – Standortvorteile daher realistisch, nicht zu optimistisch, kommunizieren.
Die US-Notenbank hat den Leitzins erstmals in diesem Jahr um 0,25 Prozentpunkte gesenkt und die Spanne auf 4,0 bis 4,25 Prozent reduziert. Börsen reagierten freundlich: Der Dax legte um 1,2 Prozent auf 23.644 Punkte zu, der MDax stieg leicht, der EuroStoxx 50 gewann 0,7 Prozent. Direkt nach dem Entscheid sprang der Goldpreis zwar auf ein Rekordhoch von 3.707,57 US‑Dollar je Feinunze, drehte anschließend aber nach unten. In London wurden 3.637 Dollar notiert, rund 22 Dollar weniger als am Vortag; umgerechnet etwa 3.084 Euro. Hintergrund: Gold wirft keine Zinsen ab, sinkende Zinsen erhöhen daher grundsätzlich seine Attraktivität. Die schnelle Korrektur zeigt aber, wie unsicher die Lage eingeschätzt wird. Anleger werten den Schritt der Fed als Signal für Lockerung. Beobachter berichten von Käufen im Dax um 23.300 Punkte. Die Fed stellte zusätzlich weitere Schritte in Aussicht: Für 2025 gelten bis zu zwei weitere Senkungen als möglich, 2026 könnte eine weitere folgen. An Terminmärkten rechnen einige mit noch mehr Lockerung als von der Fed angekündigt. Im geldpolitischen Rat gab es eine Gegenstimme: Der neu berufene Trump-Vertraute Stephen Miran befürwortete eine stärkere Senkung um 0,5 Punkte. Experten betonen dennoch die Handlungsfähigkeit der Fed und sehen keine schnelle Politisierung. Relevanz für Makler: Globale Zinssignale wirken auf Finanzierungskosten. Erwartete weitere US-Senkungen können mittelbar Renditen und damit Hypothekenzinsen dämpfen und die Kaufbereitschaft stützen. Kurzfristig bleibt jedoch die EZB-Entscheidung für Finanzierungen in Deutschland entscheidend.
Die Wohnungen in Deutschland sind im letzten Jahrzehnt im Schnitt größer geworden. Laut Statistischem Bundesamt stieg die gesamte Wohnfläche von 2014 bis 2024 um 9,1 Prozent, die Zahl der Wohnungen um 6,1 Prozent. Ende 2024 lag die durchschnittliche Wohnungsgröße bei 94,0 Quadratmetern, das sind 2,8 Prozent mehr als 2014. Pro Kopf stehen im Schnitt 49,2 Quadratmeter zur Verfügung, ein Plus von 5,8 Prozent. Rund die Hälfte des Bestands besteht aus Drei- und Vierzimmerwohnungen. Gleichzeitig leben weniger Menschen in einer Wohnung: im Schnitt 1,9 statt 2,0 Personen. Trotz größerer Wohnungen bleibt die Lage für viele eng. 2023 hatten mehr als 9,5 Millionen Menschen zu wenig Wohnraum, besonders Alleinerziehende und ihre Kinder. In Städten tritt Enge etwa dreimal so häufig auf wie auf dem Land. Zudem nimmt die Zahl der Sozialwohnungen weiter ab und liegt nur noch bei rund 1,09 Millionen. Die Politik reagiert mit Regulierung und Beschleunigung. Die Mietpreisbremse gilt bis 2029 weiter. Bei Neuvermietungen darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, wenn das jeweilige Bundesland die Bremse anordnet. Mit dem Bau-Turbo sollen Planungen und Genehmigungen schneller laufen, damit mehr Wohnungen entstehen. Für Makler wichtig: Drei- bis Vierzimmer bleiben der Kern des Markts, der Angebotsdruck in Städten hoch. Preisfindung in Bremse-Gebieten sorgfältig prüfen. Neubauvermarktung im Blick behalten.
CDU-Politiker Jens Spahn hat die Erbschaftsteuer erneut ins Zentrum der Gerechtigkeitsdebatte gerückt. In einer TV-Runde kritisierte er die ungleiche Vermögensentwicklung. Für 2025 bleiben die Freibeträge vorerst unverändert: Ehepartner erben bis 500.000 Euro steuerfrei, Kinder pro Elternteil 400.000 Euro. Neu ist lediglich ein höherer Pauschbetrag für Erbfallkosten von 15.000 Euro. Stark umstritten sind die Ausnahmen für Betriebsvermögen: Bis zu 26 Millionen Euro bleiben zu 85 Prozent steuerfrei, wenn der Betrieb fünf Jahre fortgeführt wird. Diese ursprünglich für Familienbetriebe gedachte Regel nutzen laut Bericht zunehmend Großvermögen. Die Grünen schlagen deshalb einen lebenslangen Freibetrag von 1 Million Euro vor; darüber hinaus soll ein einheitlicher Satz von 25 Prozent gelten – ohne Sonderregeln. Zahlen zeigen die Schieflage: In den letzten zehn Jahren wechselten 463 Vermögen ab 100 Millionen Euro den Besitzer, mehr als die Hälfte davon ohne Steuer. Gleichzeitig stiegen die Einnahmen aus Erbschaften und Schenkungen 2024 auf den Rekordwert von 13,3 Milliarden Euro – vor allem durch kleinere und mittlere Erbschaften. Nach Angaben des Focus zahlen Erben unter 200.000 Euro im Schnitt 14 Prozent, sehr große Erben oft unter zehn. Politisch ist das Feld polarisiert: Die AfD will die Steuer abschaffen. CDU/CSU und SPD diskutieren eine Anhebung der Freibeträge um zwei Drittel (Ehepartner 835.000 Euro, Kinder 660.000 Euro); Bayern drängt, die CSU klagt. Die Linke fordert dagegen deutlich niedrigere Freibeträge und Sätze bis 60 Prozent. Beliebt bleibt die Schenkung zu Lebzeiten, da Freibeträge alle zehn Jahre neu genutzt werden. Spahn verweist auf ein baldiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts; je nach Vorgaben wären Nachbesserungen nötig. CDU-Generalsekretär Linnemann warnt vor Eingriffen zulasten von Familienunternehmen.
Makler handeln nicht im eigenen Namen.
Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zieht an. Laut einer neuen Gewos-Analyse nimmt die Zahl der Kaufverträge 2025 deutlich zu, vor allem durch private Käufer. Gewos rechnet mit rund 656.000 Transaktionen bei Wohnungen, Einfamilienhäusern und Bauland – etwa 14 Prozent mehr als 2024. Der Geldumsatz soll um 18 Prozent auf etwa 221 Milliarden Euro steigen und damit den Rückschlag seit 2022 weiter wettmachen. Treiber sind wachsendes Vertrauen in die Finanzierbarkeit und Ausweichbewegungen aus dem Mietmarkt, wo hohe Mieten belasten. Besonders der Bestand legt zu: Beim Kauf von Eigenheimen und Bestandswohnungen dürfte das Vorkrisenniveau von 2021 übertroffen werden. Das erste Halbjahr verlief stark, für 2025 erwartet Gewos insgesamt rund 13 Prozent mehr Käufe. Schwach bleiben dagegen Neubauwohnungen und Bauland; hier liegt das Volumen weiter mehr als 40 Prozent unter dem Niveau von 2021. Gleichzeitig steigen die Bauzinsen. Zehnjährige Darlehen kosten im Schnitt etwa 3,7 Prozent, nach 3,3 Prozent vor einem Jahr. Bis Jahresende ist ein Anstieg in Richtung 4 Prozent möglich. Die Konditionen orientieren sich an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und weniger am EZB-Leitzins. Höhere Staatsverschuldung und Konjunktursorgen können die Renditen erhöhen. Für Makler wichtig: Schon kleine Zinsaufschläge drücken Budgets, dennoch dürfte die Erholung anhalten. Käufer finden mehr Auswahl und Preise bleiben gedämpft: Bestandswohnungen liegen im Schnitt rund 6 Prozent, Eigenheime etwa 7 Prozent unter dem letzten Boomhoch.
Trotz Wohnungsmangel und steigender Mieten wächst die Wohnfläche in Deutschland. Ende 2024 lag die Durchschnittsgröße je Wohnung bei 94 qm, die Wohnfläche pro Kopf bei 49,2 qm. Seit 2014 sind das +2,5 bzw. +2,7 qm. 1991 waren es pro Kopf noch knapp 35 qm. Treiber sind Alterung und mehr Single-Haushalte. Viele Ältere bleiben in großen Eigenheimen, statt zu verkleinern. Zugleich nimmt die Zahl kleiner Haushalte in Metropolen zu, teils über 50 Prozent Singles, was den Flächenverbrauch je Person erhöht. Die Gesamtwohnfläche stieg 2014–2024 um gut 9 Prozent, die Zahl der Wohnungen aber nur um gut 6 Prozent auf rund 43,8 Mio. Ende 2024. Dadurch wurden Wohnungen rechnerisch größer. Mehr als die Hälfte (23,5 Mio.) entfällt auf Mehrfamilienhäuser. Im Schnitt bewohnen knapp zwei Personen eine Wohnung. Trotz Zuwachs bleibt der Bedarf hoch: Schätzungen sehen ein Defizit von über 500.000 Wohnungen. 2025 dürften nur etwa 205.000 Wohnungen fertig werden, rund 20 Prozent weniger als 2024. Hohe Baukosten und Zinsen drücken zudem den Trend: Neubauten werden zuletzt wieder kleiner geplant. Die Bundesregierung plant einen Wohnungsbau-Turbo mit schnelleren Genehmigungen, steuerlichen Anreizen und mehr Bauland. Was das für Makler heißt: Senioren in großen Häusern sind eine wichtige Zielgruppe für Verkauf, Tauschmodelle und barrierearme Angebote. In Städten steigt die Nachfrage nach gut geschnittenen, kompakteren Einheiten. Datenbasierte Beratung zu Flächenbedarf und Haushaltsstrukturen wird noch wichtiger.