Über 25.000 Unternehmen sind auf JACASA gelistet.

JACASA Letter KW38 2026

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
19. Sep 2026 / 6 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW38 2026

Aktuelle Artikel

Gebäudetyp E stockt, Normen treiben Baukosten

In Deutschland werden so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit 2012 nicht mehr. Die Bundesregierung hatte versprochen, mit dem neuen Gebäudetyp E das Bauen zu vereinfachen und zu verbilligen. Bau- und Justizministerium wollen dafür Standards absenken und Haftungsfragen klären. Doch der Gesetzentwurf hängt fest. Die Branche wird ungeduldig, weil jede Verzögerung Kosten und Kapazitäten frisst. Ein Beispiel zeigt das Problem: Für eine 75-Quadratmeter-Dreizimmerwohnung sehen DIN-Normen je nach Grundriss bis zu 47 Steckdosen vor. Solche Vorgaben gehen über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus. Sie sind nicht verpflichtend, werden in der Praxis aber oft angewendet und als Qualitätsmaßstab verstanden. Das erhöht Material-, Planungs- und Baukosten. Der Gebäudetyp E soll es ermöglichen, von solchen freiwilligen Normen abzuweichen, ohne rechtliche Risiken einzugehen. Ziel sind einfachere, schnellere und günstigere Projekte. Solange die Regelung nicht kommt, bleibt es bei hohen Standards und Unsicherheit. Das dämpft den Neubau und verschärft die Wohnungsknappheit.

weiterlesen

Ifo meldet deutlich bessere Stimmung im Wohnungsbau

Im deutschen Wohnungsbau hellt sich die Stimmung spürbar auf. Das ifo-Barometer für das Geschäftsklima stieg im August von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Treiber sind deutlich bessere Erwartungen der Firmen: Der Erwartungsindikator kletterte von minus 35,6 auf minus 23,3 Punkte. Hintergrund ist die Hoffnung, dass steigende Baugenehmigungen in den kommenden Monaten zu mehr Aufträgen führen. Die aktuelle Lage bleibt jedoch schwach. Die Auslastung änderte sich kaum. 41,3 Prozent der Unternehmen melden weiterhin Auftragsmangel, 13,4 Prozent berichten von abgesagten Projekten. Entlastung gibt es bei Materialien: Nur noch 2,9 Prozent der Betriebe verzeichneten im August Engpässe bei wichtigen Vorprodukten, nach 8,5 Prozent im Juli. Laut ifo ist die bessere Stimmung bislang vor allem ein Vorschuss. Für eine nachhaltige Erholung müssen die genehmigten Vorhaben erst in konkrete Aufträge münden.

weiterlesen

Dena-Report zeigt Wärmewende im Neubau, Probleme im Bestand

Der aktualisierte Gebäudereport 2026 der Deutschen Energie-Agentur zeigt eine ungleichmäßige Entwicklung bei der Wärmewende. Im Neubau setzt sich die Wärmepumpe klar durch, im Gebäudebestand dominiert weiter Gas. 2025 wurden in knapp 74 Prozent der neuen Wohnungen und Häuser Wärmepumpen installiert. Gasheizungen kamen nur noch auf 11 Prozent – ein historischer Tiefstand. In Bestandsgebäuden blieb Gas 2025 Hauptenergieträger: 56,1 Prozent heizten damit. Marktdaten deuten dennoch auf Bewegung hin: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Absatz von Wärmepumpen um 40 Prozent auf 194.500 Geräte. Gasheizungen legten im selben Zeitraum leicht um 1 Prozent auf 134.000 zu. Die Dena hofft, dass der Trend zur Wärmepumpe zusätzlich Sanierungen bei Dämmung und Fenstern anschiebt. Gegenläufig verläuft der Zubau von Dachsolaranlagen: Er sank im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent, beeinflusst von Debatten zur Einspeisevergütung. Deutlich positiv entwickelt sich dagegen die Speicherkapazität. Batteriespeicher summieren sich inzwischen auf rund 30 Gigawattstunden. Monatlich kommen bis zu 47.400 Einheiten hinzu, vermehrt auch Großspeicher von Unternehmen. Den größten Anteil stellen jedoch private Heimspeicher mit rund 24 Gigawattstunden. Für viele Haushalte rückt der Eigenverbrauch stärker in den Fokus als die Vergütung für eingespeisten Strom. Der Gebäudereport wird halbjährlich aktualisiert und bündelt Daten zu Gebäudebestand, Technik, Energie und Förderungen aus amtlichen und Branchenquellen.

weiterlesen

Studie sieht Öl- und Gaspreise als größtes Inflationsrisiko

Steigende Preise für Öl und Gas sind laut einer Studie der New Economics Foundation das größte Inflationsrisiko in Europa. Ein Anstieg um jeweils 10 Prozent könnte die Gesamtinflation in Deutschland um bis zu 0,22 Prozentpunkte erhöhen. Ein Preisschub um 50 Prozent würde die Teuerung in Europa im Folgejahr um bis zu 1,8 Prozentpunkte treiben. Die Autoren sehen fossile Energieträger als Haupttreiber früherer Inflationswellen und empfehlen, die Abhängigkeit davon zu verringern. Mehr heimische Wind- und Solarenergie soll Kosten und Schwankungen dämpfen. Zugleich kritisieren sie, dass hohe EZB-Zinsen Investitionen in erneuerbare Infrastruktur verteuern. Vorgeschlagen wird ein separater, niedrigerer Zinssatz für grüne Projekte. So ließe sich die Geldpolitik straffen, ohne rentable Investitionen in Erneuerbare zu ersticken.

weiterlesen

BMK 2026 beschließt Maßnahmen zu Mieten, Kosten und KI

Am 10. und 11. September haben die Länderbauminister und -senatoren in Berlin getagt. Schwerpunkt war bezahlbares Bauen und Wohnen. Beschlossen wurde, das Wohngeld zu sichern und weiterzuentwickeln sowie Lücken im Mieterschutz zu schließen und Mietwucher effektiver zu bekämpfen. Zudem will die BMK Baukosten senken und Verfahren vereinfachen. Standards und Normen mit Kostentreibern sollen überprüft werden. Auf EU-Ebene vertreten die Länder eine gemeinsame Linie für Vereinfachung und Deregulierung im Wohnungsbau. Bund und Länder unterzeichneten eine Vereinbarung für die Plattform „Kostenreduziertes Bauen“, die erprobte Lösungen sichtbar macht. Bei Innovation und Klimaanpassung setzen die Minister auf rechtssicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bauleitplanung. Energetische Sanierung, Hitzeschutz und Klimaanpassung sollen mit stabilen Rahmenbedingungen und ausreichenden Mitteln vorankommen. Um Spielräume zu schaffen, soll die Städtebauförderung mit Forschungsmitteln des Bundes verknüpft werden. Die Wohnungswirtschaft sieht offene Punkte. Der GdW fordert eine schnelle Verankerung des Gebäudetyps E im BGB für einfacheres Bauen. Scharf kritisiert er Kürzungen bei der BEG-Förderung für Mehrfamilienhäuser, die die Sanierungsdynamik ausbremsen könnten. Unterstützung gibt es für das Bekenntnis zum Wohngeld; als Hauptprobleme werden Baukosten, Zinsen, Regulierung, Fachkräfte und Genehmigungsdauern benannt. Eine Sonder-BMK im Juni warnte zudem vor negativen Folgen geplanter Vergesellschaftungen großer Wohnungsbestände für Investitionsbereitschaft und Finanzmärkte und forderte rechtliche Sicherungen sowie steuerliche Anreize für den Wohnungsbau. Die europäischen Vorhaben zum bezahlbaren Wohnen sollen eng begleitet werden, ohne zusätzliche Bürokratie.

weiterlesen

Hohe Bauzinsen bremsen Immobilienkäufe 2026

Hohe Bauzinsen und die anhaltende Teuerung kühlen den deutschen Immobilienmarkt spürbar ab. Das Gewos-Institut erwartet für 2026 einen deutlichen Nachfragerückgang. Basis sind Daten der Gutachterausschüsse aus dem ersten Halbjahr. Nach den Zuwächsen 2024 und 2025 wendet sich der Trend. Ausschlaggebend sind gestiegene Kreditzinsen infolge des Irankriegs. Baufinanzierungen mit zehn Jahren Zinsbindung lagen zuletzt bei rund 4,25 Prozent pro Jahr, dem höchsten Stand seit Mai 2011. Hinzu kommen steigende Baupreise, allgemeine Inflation, Unsicherheit durch Kriege und Zollkonflikte sowie eine etwas strengere Kreditvergabe der Banken. Gewos prognostiziert für Wohnimmobilien rund 612.000 Käufe, ein Minus von 4,4 Prozent gegenüber 2025. Der Geldumsatz sinkt voraussichtlich um 2,0 Prozent auf knapp 211 Milliarden Euro. Bei Wirtschaftsimmobilien werden etwas stärkere Rückgänge erwartet. Besonders stark schrumpfen die Eigenheimkäufe mit mehr als fünf Prozent, ähnlich schwach entwickelt sich Wohnbauland. Dagegen könnten Transaktionen von Mehrfamilienhäusern leicht zulegen, getragen von steigenden Mieten. Im zweiten Quartal gingen die Anfragen auf Portalen zurück, Vermarktungszeiten nahmen zu. Schwache Baulandverkäufe deuten auf Rückschläge im Wohnungsbau hin. Die jüngst erholten Baugenehmigungen könnten wieder sinken. Mittelfristig sieht Gewos nur begrenztes Wachstumspotenzial für den deutschen Immobilienmarkt.

weiterlesen (Bezahlschranke)

Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
Sollten Sie Fragen haben, wir sind gern für Sie da
Wann immer Sie bereit sind, stehen Ihnen Immobilienexperten aus allen Bereichen des Lebens zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten, Sie über Ihre Möglichkeiten zu informieren und Ihnen zu helfen, fundierte Entscheidungen über Ihr Haus zu treffen.

Disclaimer

Die Informationen, Empfehlungen und juristischen Erläuterungen in unserem Ratgeber stellen ausschließlich unverbindliche Informationen ohne jede Gewähr und Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit dar. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne und kann und soll diese nicht ersetzen. Bei Bedarf empfehlen wir gerne einen geeigneten Rechtsanwalt ().