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JACASA Letter KW39 2026

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
26. Sep 2026 / 5 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW39 2026

Aktuelle Artikel

Immobilienpreise steigen langsamer – Top-7 mit Rückgängen

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen weiter, aber schwächer. Von April bis Juni legten Häuser und Wohnungen im Schnitt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im Vorquartal waren es noch 1,2 Prozent. Das ist der geringste Anstieg seit Sommer 2024. In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen leicht: minus 0,4 Prozent zum Vorjahresquartal und minus 0,5 Prozent zum Vorquartal. Das Preisniveau bleibt dort dennoch hoch. In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7 verteuerten sich Wohnungen um 2,0 Prozent im Jahresvergleich und um 0,5 Prozent zum Vorquartal. In dicht besiedelten ländlichen Kreisen wurden Eigentumswohnungen günstiger, mit minus 1,8 Prozent zum Vorjahr und minus 1,3 Prozent zum Vorquartal. Nach einem zweijährigen Rückgang seit Ende 2022 steigen die Immobilienpreise seit dem vierten Quartal 2024 wieder. Einfluss darauf haben neben hohen Materialkosten auch gestiegene Finanzierungskosten: Die Europäische Zentralbank erhöhte den Leitzins in diesem Jahr zweimal von 2,00 auf 2,50 Prozent, was Kredite verteuert.

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Pläne für Bundesbaugesellschaft stoßen auf Skepsis

Die Bundesregierung treibt die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen (WBG) voran. Sie soll vor allem in Regionen mit Wohnungsmangel zusätzliche Mietwohnungen schaffen. Laut Bundesfinanzministerium beauftragt die WBG Projektentwickler oder Generalunternehmer, kauft die Wohnungen schlüsselfertig an, kann sich an Vorhaben Dritter beteiligen und lässt die Bewirtschaftung durch Dritte erledigen. Die Bestände bleiben dauerhaft bei der WBG. Zur Kostensenkung ist serielle und modulare Bauweise prioritär. Aus der Branche kommt deutliche Skepsis. Verbandsvertreterin Susanne Schmitt nennt die Pläne „totaler Unsinn“ und fordert, die vorgesehenen Mittel lieber an etablierte soziale Vermieter zu geben. Frank Emrich verlangt weniger neue Akteure, dafür klare Regeln, stabile Rahmenbedingungen und ausreichende Finanzierung. Drei Professoren der EBZ Business School bewerten die WBG als symbolisches Projekt ohne echte Wirkung und kritisieren Widersprüche, etwa den Verkaufsstopp militärischer Flächen. Es gibt auch zustimmende Töne. Vonovia-Chef Luka Mucic verweist auf Finanzierungsvorteile des Bundes, die bei Kooperationen den Wohnungsbau stützen könnten. GdW-Präsident Axel Gedaschko befürwortet die WBG als Finanzierungsvehikel, lehnt jedoch eine eigene Bau- und Bewirtschaftungsorganisation ab. Bestehende Strukturen wie BImA und KfW sollten genutzt und ergänzt werden. Ländererfahrungen fallen gemischt aus: Bayernheim agiert erfolgreich als Bestandshalterin, in Niedersachsen übernimmt die landeseigene Gesellschaft Projekte, baut aber nicht selbst. In weiteren Ländern wird kontrovers diskutiert. Ein abgestimmtes Konzept und ein Zeitplan der WBG sind offen; die Bauministerkonferenz signalisierte Skepsis der Länder.

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Bauaufträge sinken im Juli – Wohnungsbau stockt

Nach einem kurzen Aufschwung im Juni hat die deutsche Baubranche im Juli einen Dämpfer erlitten. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sanken kalender- und saisonbereinigt um 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Sowohl der Hochbau lag mit minus 8,4 Prozent im Minus als auch der Tiefbau mit minus 10 Prozent. Im Dreimonatsvergleich von Mai bis Juli lagen die Bestellungen jedoch noch 2,7 Prozent über dem vorherigen Zeitraum. Aus der Branche kommt dennoch Warnung: Die Auftragsbücher werden dünner. Betriebe arbeiten weiterhin ältere Bestände ab, die Lage bleibt fragil. Besonders der Wohnungsbau kommt nicht voran; im Juli gingen die entsprechenden Aufträge weiter zurück. Zusätzlich sorgt die Förderpolitik für Unsicherheit. Die Sonderförderung für EH-55-Neubauten endet spätestens Ende 2026, für 2027 sind Kürzungen im Neubau-Etat im Gespräch. Wie die Förderung ab Januar aussieht, ist offen. Eine Förderlücke bis Sommer 2027 gilt als möglich. Gleichzeitig stützen staatliche Investitionen in Straßen und Schienen Teile der Nachfrage, und die Zahl der Baugenehmigungen ist zuletzt deutlich gestiegen. Belastend wirken jedoch höhere Zinsen und weiter steigende Baupreise. Immerhin legte der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Juli preisbereinigt um 4,6 Prozent zum Vorjahr zu; nominal stieg er um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Die Beschäftigung wuchs leicht. Die Daten beziehen sich auf Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten.

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Berlin-Linke will Wohnungskonzerne vergesellschaften

In Berlin treibt die Linke die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen voran. Spitzenkandidatin Elif Eralp macht die Wohnungskrise zum Kern des Wahlkampfs und kündigt an, den Volksentscheid von 2021 zu realisieren. Möglich ist, dass sie Koalitionen an die Umsetzung knüpft. Ziel ist, die Mieten zu stabilisieren und Verdrängung zu stoppen. Gegner aus CDU, Wohnungswirtschaft und Banken warnen vor Milliardenkosten für Entschädigungen, einer Belastung der öffentlichen Finanzen, Investitionszurückhaltung und weniger Neubau. Zugleich gilt: Berlin braucht deutlich mehr Wohnungen, doch viele Neubauten sind für Durchschnittshaushalte zu teuer. Befürworter, darunter der Ökonom Tom Krebs, sehen die Vergesellschaftung als Ergänzung zu Neubau und Mietpreisbremse, weil diese Instrumente aus ihrer Sicht allein nicht reichen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Offen bleibt die Höhe der Entschädigungen, die Finanzierung und der rechtliche Weg. Auch Widerstand des Bundes erschwert das Vorhaben. Ob und wie Berlin es umsetzt, ist unklar.

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Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
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