Ein Experte der TU Dresden sieht den 3D-Druck im Wohnungsbau als wichtige Zukunftstechnologie. Er erwartet, dass digitales und weitgehend automatisiertes Bauen sich flächendeckend durchsetzt. Dazu zählt Beton-3D-Druck ebenso wie andere digitale Verfahren, oft kombiniert mit klassischen Bauweisen. Die TU Dresden entwickelt seit 2014 ein eigenes Verfahren. In Heidelberg entstehen derzeit drei Wohngebäude im 3D-Druck. Ein Portaldrucker trägt den Beton in Streifen auf, so wachsen die Wände Schicht für Schicht mit einer Rillenoptik. Der Entwickler Korte Hoffmann Gebäudedruck will den seriellen 3D-Gebäudedruck anbieten und sieht die rechtlichen Voraussetzungen als gegeben an. Aus Sicht des Experten sind Digitalisierung und Automatisierung der Bauprozesse nötig, um Produktivität zu steigern und Fachkräftemangel, hohe Kosten und Qualitätsprobleme zu adressieren. Das Verfahren könnte damit ein Baustein für schnelleres und kostensicheres Bauen werden.
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt wieder. Im August wurden 19.300 Wohnungen bewilligt. Das sind 5,7 Prozent oder 1.000 Genehmigungen mehr als vor einem Jahr. Besonders Einfamilienhäuser ziehen an: Hier legten die Genehmigungen um über 15 Prozent auf 29.300 zu. Auch bei Mehrfamilienhäusern gibt es ein Plus. Die Behörden genehmigten 79.100 Neubauwohnungen, fast fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt meldet das Statistische Bundesamt von Januar bis August 151.200 genehmigte Wohnungen. Das entspricht einem Zuwachs von 6,5 Prozent. Die Zahlen gelten als wichtiger Frühindikator im Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten, vor allem in Städten. Experten werten die Entwicklung als Zeichen der Bodenbildung im Wohnungsbau. Der Tiefpunkt der Krise scheint überwunden, die Bauwirtschaft könnte im kommenden Jahr die Konjunktur stützen. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Hohe Zinsen und Baukosten bremsen weiter. Im vergangenen Jahr wurden nur 251.900 Wohnungen fertiggestellt – der niedrigste Wert seit 2015. Die Bundesregierung verfehlt ihr Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr deutlich. Sie setzt nun auf einen „Bauturbo“ mit schnelleren Genehmigungen und auf Milliardeninvestitionen in Infrastruktur. Bis die Baukrise wirklich vorüber ist, dürfte es aber noch dauern.
Der Wohnungsmangel in Deutschland sorgt laut einer neuen Interhyp-Umfrage für wachsenden Frust. 80 Prozent der 1.505 Befragten möchten langfristig in ihrer aktuellen Wohnung bleiben. Zugleich sagen 60 Prozent, sie könnten sich eine andere Wohnung gar nicht leisten. 63 Prozent empfinden den Immobilienmarkt als schwierig oder sogar blockiert. Knapp 60 Prozent beklagen knappen Wohnraum. Das Bild: Viele halten am Bestand fest, weil Alternativen fehlen oder zu teuer sind. Interhyp lässt seit 2011 regelmäßig die „Wohntraumstudie“ erheben. In der aktuellen Runde wurden gut 850 Mieter und rund 650 Eigentümer befragt. Zwei Drittel der Mieter würden gern Eigentümer werden. Für 75 Prozent davon wären niedrigere Immobilienpreise die Voraussetzung. Für 53 Prozent wären zusätzlich niedrigere Kreditzinsen wichtig. An den Wohnwünschen hat die Krisenserie der letzten Jahre wenig geändert. Der Favorit bleibt das freistehende Einfamilienhaus. 54 Prozent möchten so wohnen, 2018 waren es 60 Prozent. Wohnen zählt zu den Top-Prioritäten im Privatleben: 98 Prozent nennen Gesundheit als wichtig, 97 Prozent ein schönes Zuhause. Karriere und Beruf sind demgegenüber nur für 54 Prozent von großer Bedeutung. Für Makler heißt das: geringe Umzugsbereitschaft im Bestand und ein hoher, derzeit gebremster Eigentumswunsch. Kaufentscheidungen hängen stark an Preisen und Zinsen. Realistische Preisberatung, Finanzierungslösungen und Alternativen zum Einfamilienhaus rücken in der Ansprache stärker in den Fokus.
Familien wollen raus aus der City. Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der BHW Bausparkasse sehen 42 Prozent der Eltern die Vorstadt als idealen Wohnort. 38 Prozent bevorzugen das Dorf, nur 20 Prozent die Großstadt. Befragt wurden mehr als 1.500 Eltern mit Kindern unter 18 Jahren. Der Wunsch: Nähe zu Jobs und Angeboten der Stadt, aber mehr Ruhe und Natur. Die Ergebnisse zeigen die angespannte Lage am Wohnungsmarkt: 46 Prozent finden keine bezahlbare, familienfreundliche Wohnung – besonders Eltern unter 35. In Städten sind Eltern deutlich unzufriedener. Dort bewertet nur etwa die Hälfte ihre Wohnsituation gut. In Vorstädten und auf dem Land ist die Zufriedenheit höher. Für Kinder wollen viele nicht sparen: 84 Prozent würden sich eher selbst einschränken, als das Kinderzimmer zu verkleinern. Dennoch bleibt der Wille zur Veränderung hoch. Fast 60 Prozent der Eltern unter 35 glauben, ihre Wohnsituation in den nächsten Jahren verbessern zu können. Mieter planen häufig einen Umzug in größere Wohnungen oder den Kauf eines Eigenheims. Aber nicht alle können sich das leisten. Die Suche bleibt schwer. Die Politik hat den „Bauturbo“ beschlossen, um Neubau zu beschleunigen. Ob das wirkt, ist offen. In der Umfrage traut nur rund ein Drittel der Befragten der Politik spürbare Verbesserungen zu. Städte und Gemeinden können selbst attraktiver werden – mit bezahlbarem Wohnraum, Spielplätzen und sicheren Schulwegen. Für Makler heißt das: Nachfrage verlagert sich in Vorstadt- und Dorflagen. Familienfreundliche Merkmale und Infrastruktur werden zu zentralen Verkaufsargumenten.