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JACASA Letter KW51

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
20. Dez 2025 / 6 Min. Lesezeit
JACASA Letter KW51

Aktuelle Artikel

EZB hält Leitzins bei 2 Prozent – was Makler jetzt wissen

Die Europäische Zentralbank lässt den Leitzins im Euroraum bei 2,0 Prozent. Es ist die vierte unveränderte Entscheidung in Folge. Zuvor hatte die EZB den Zins zwischen Juni 2024 und Juni 2025 in mehreren Schritten von 4,0 auf 2,0 Prozent gesenkt. Davor war er in weniger als zwei Jahren von minus 0,5 auf 4,0 Prozent gestiegen, ausgelöst durch Pandemie- und Energiekrisen. Die Notenbank sieht die Inflation inzwischen nahe am Ziel. Für dieses Jahr erwartet sie 2,1 Prozent. 2022 lag die Teuerung noch bei 8,4 Prozent. Auch die wirtschaftlichen Folgen der US‑Zölle fallen laut EZB bisher geringer aus als befürchtet. Für 2026 hebt sie die Konjunkturprognose an: plus 1,2 Prozent Wachstum statt 1,0 Prozent. Die Inflation soll dann bei 1,9 Prozent liegen und damit unter dem Zielwert. Was heißt das für Makler? Stabilität beim Leitzins stützt die Planbarkeit. Bauzinsen für lange Zinsbindungen bleiben voraussichtlich nah am aktuellen Niveau, auch wenn Banken ihre Konditionen weiter täglich an Swapsätzen ausrichten. Käufer erhalten leichter verlässliche Finanzierungszusagen. Reaktivieren Sie Interessenten mit abgelaufenen Vorkreditzusagen und bieten Sie neue Haushaltsrechnungen an. Prüfen Sie bei Eigentümern die Preisstrategie: stabile Finanzierungskosten können Abschlussbereitschaft fördern, überzogene Preise aber weiter bremsen. Begleiten Sie Entwickler und Kapitalanleger eng. Höhere Fremdkapitalkosten belasten Projekte weiterhin, doch die leicht verbesserte Perspektive für 2026 kann Gespräche über Ankäufe und Forward-Deals unterstützen. Vereinbaren Sie mit Finanzierungspartnern aktuelle Konditionsupdates und bewerben Sie sichere Monatsraten.

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Bauzinsen könnten 2026 auf bis zu 4,5 Prozent steigen

Baukredite werden teurer. Der durchschnittliche Effektivzins für zehn Jahre Zinsbindung ist 2025 von rund 3,2 auf 3,8 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit zwei Jahren. 2026 dürfte es weiter nach oben gehen: Bereits im Januar sind etwa 4,0 Prozent möglich, in der Spitze rechnen Experten mit bis zu 4,5 Prozent. Treiber sind die Kapitalmärkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte zuletzt auf 2,87 Prozent. Das nährt Erwartungen von Leitzinserhöhungen im Euroraum. Dazu kommen wachsende Zweifel an den Staatsfinanzen: Für 2026 sind Ausgaben von 524,5 Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von fast 98 Milliarden Euro geplant; die Neuverschuldung liegt bei 181,5 Milliarden Euro. Höhere Renditen auf Bundesanleihen verteuern Pfandbriefe – das schlägt auf Bauzinsen durch, weil Banken ihr Finanzierungsgeschäft darüber steuern. Die Folgen für Käufer sind spürbar: Steigt der Zins um 0,7 Prozentpunkte, kostet ein 400.000‑Euro‑Kredit rund 230 Euro mehr Zinsen pro Monat. In zehn Jahren summiert sich das auf über 27.000 Euro. Viele Darlehensnehmer mit 90 Prozent Beleihung zahlen schon heute über vier Prozent; nur Kunden mit viel Eigenkapital bleiben darunter. Für Makler wichtig: 2026 dürften nicht nur die Zinsen, sondern auch die Immobilienpreise steigen. Mehr Eigenkapital allein löst das Problem daher selten. Empfehlenswert sind saubere Finanzierungschecks, mehrere Angebote und aktive Zinsvergleiche über Banken und Vermittler. Wer nichts überstürzt und klug vergleicht, spart am Ende viel Geld – und hält Kaufentscheidungen tragfähig.

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Wohnungsbau: Genehmigungen steigen, Stimmung bleibt schwach

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im Oktober 2025 erneut gestiegen. Die Behörden genehmigten 19.900 Wohnungen. Das sind 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Für Januar bis Oktober meldet das Statistische Bundesamt 195.400 genehmigte Wohnungen. Das entspricht einem Plus von 11,2 Prozent oder 19.600 Einheiten gegenüber 2024. Einfamilienhäuser legten am stärksten zu: plus 16,6 Prozent auf 37.000 Genehmigungen. Bei Mehrfamilienhäusern wurden 104.100 Neubauwohnungen bewilligt, ein Zuwachs von 13,2 Prozent. Nur Zweifamilienhäuser gaben leicht nach, minus 1,1 Prozent auf 10.600. Trotz dieser Zunahme bleibt die Lage im Wohnungsbau angespannt. Das Geschäftsklima verbesserte sich im November laut ifo nur gering, von minus 22,8 auf minus 21,0 Punkte. Viele Firmen berichten von fehlenden Aufträgen. Der Anteil mit Auftragsmangel stieg von 44,4 auf 47,0 Prozent. Gleichzeitig häufen sich Stornierungen: 11 Prozent der Betriebe meldeten abgesagte Projekte. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2024. Selbst bereits geplante Vorhaben werden häufiger gestoppt. Der Wohnungsmangel in vielen Städten hält an. Die Ampelregierung verfehlte das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Die neue schwarz-rote Koalition setzt daher auf einen Bau-Turbo. Er soll Verfahren für Neubauten, Nachverdichtungen und Aufstockungen beschleunigen. Änderungen im Baugesetzbuch erlauben Kommunen befristet bis Ende 2030, von Bebauungsplänen abzuweichen. Eine Baupflicht oder Vorgaben für günstige Mieten enthält das Paket nicht.

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BGH prüft Diskriminierung durch Makler bei ausländischen Namen

Der Bundesgerichtshof befasst sich mit einem grundsätzlichen Fall: Dürfen Makler Interessenten mit ausländisch klingenden Namen bei der Vermietung aussortieren? Hintergrund sind Tests, bei denen identische Bewerbungen unterschiedliche Reaktionen auslösen: Der deutsche Name wird zur Besichtigung eingeladen, der ausländische nicht. Vermietern ist Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten. Strittig ist, ob und in welchem Umfang dieses Verbot auch für Makler gilt, die die erste Auswahl treffen – und ob sie selbst haften, auch wenn der Eigentümer den Auftrag erteilt. Für die Praxis ist das brisant: Es geht um mögliche Auskunfts‑, Unterlassungs‑ und Entschädigungsansprüche und um die Beweislast. Schon Indizien genügen, damit Makler und Auftraggeber darlegen müssen, dass neutral entschieden wurde. Relevante Fragen: Gilt das AGG für die Maklerleistung als öffentlich angebotener Dienst? Reicht bereits die Nichtantwort als Benachteiligung? Und sind „Wunschmieter“-Vorgaben des Eigentümers zulässig, wenn sie auf Herkunft zielen? Makler sollten jetzt Prozesse absichern: Erstprüfung anonymisieren (Name ausblenden), einheitliche Kriterien nutzen (Vollständigkeit, Bonität, Haushaltsgröße), Auswahl dokumentieren, Standardantworten und Fristen definieren, diskriminierende Vorgaben ablehnen und schriftlich bestätigen lassen, Team schulen und digitale Tools auf ungewollte Filter prüfen. Die BGH‑Entscheidung setzt Leitplanken für Vermietungsmandate. Bis dahin gilt: Transparenz, Gleichbehandlung und saubere Dokumentation senken Haftungs‑ und Reputationsrisiken.

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Studie: Eigentümer im Alter deutlich besser abgesichert

Der Verband der Deutschen Bausparkassen und das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) mischen sich mit einer neuen Studie in die Rentendebatte ein. Kernbefund: Wer früh Wohneigentum bildet, ist im Alter meist besser abgesichert als Mieter. Eigentümer tilgen über die Jahre Kredite, senken damit ihre Wohnkosten und bauen Vermögen auf. Im Ruhestand entfällt häufig die Miete oder sie ist deutlich geringer. Mieter tragen dagegen weiter steigende Wohnkosten. Laut Studie spart die Gruppe der Eigentümer zudem konsequenter und trifft eher langfristige Finanzentscheidungen. Das erhöht die Nettovermögensposition im Alter. Die Autoren sehen Wohneigentum daher als starke Säule der Altersvorsorge. Sie plädieren für bessere Rahmenbedingungen zum Erwerb, etwa durch planbares Sparen und frühzeitige Eigenkapitalbildung. Der Vorstoß ist zugleich Lobbyarbeit der Bausparkassen: Er soll die Bedeutung von Bausparen als Weg in die eigenen vier Wände unterstreichen. Für Makler ist die Botschaft klar: Selbstnutzer bleiben eine stabile Nachfragegruppe – trotz Zinsen. Argumente wie mietfreies Wohnen im Alter und planbare Wohnkosten wirken. Wer junge Familien berät, sollte Finanzierung, Tilgung und energetische Modernisierung früh zusammendenken. Das erhöht die Kaufbereitschaft und macht Objekte mit solider Bewirtschaftung besonders attraktiv.

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Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin....
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer von Jacasa mit Sitz in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller
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