Wo lebt es sich mit der Familie am besten? Unsere neue, umfassende Analyse liefert überraschende Antworten auf die Frage, die sich wohl viele Familien in Deutschland stellen. Die Analyse zeigt, wo die Stärken und Schwächen der deutschen Städte bei vielen familienrelevanten Faktoren liegen und macht die Standortwahl für Familien so etwas greifbarer.
Die Entscheidung für einen Wohnort ist für Familien eine der weitreichendsten im Leben. Es geht längst nicht mehr nur um die passende Immobilie, sondern um das gesamte Ökosystem, das eine Stadt bietet. Wie teuer ist das Leben? Wie gut ist die medizinische Versorgung für den Nachwuchs? Fühlen wir uns sicher auf den Straßen? Und welche Möglichkeiten gibt es, die Freizeit als Familie zu gestalten?
Um diese Fragen zu beantworten, haben wir eine detaillierte Untersuchung zur Familienfreundlichkeit in 29 der größten deutschen Städte (die zwei größten pro Bundesland sowie Berlin, Hamburg und Bremen) durchgeführt. Die Analyse basiert auf fünf zentralen Säulen: „Wohnen und Kaufen“, „Betreuung und Gesundheit“, „Sicherheit“, „Demografie“ sowie „Freizeit und Lebensqualität“. Jede Kategorie wurde anhand relevanter Datenpunkte bewertet und mit einem Score von maximal 10 Punkten versehen. Die Summe der Scores aus den fünf Kategorien ergibt den Gesamtscore von maximal 50 Punkten. Das Ergebnis ist ein Ranking, das nicht nur klare Sieger und Verlierer für das Familienleben benennt, sondern auch aufzeigt, dass die beliebtesten Hotspots nicht immer die beste Wahl für Familien sind.
Im Gesamtranking der familienfreundlichsten Städte sichert sich Potsdam mit einem Gesamtscore von 33,5 Punkten den ersten Platz. Die brandenburgische Landeshauptstadt überzeugt durch eine starke und ausgewogene Leistung in fast allen Kategorien. Auf dem zweiten Platz folgt Ludwigshafen am Rhein mit 32,4 Punkten, den dritten Platz belegt Mainz mit 32,2 Punkten.
Die großen Metropolen landen hingegen nur im Mittelfeld oder auf den hinteren Rängen. München (29,2 Punkte) ist als bestplatzierte Metropole auf Rang 5 zu finden, während Städte wie Berlin (17,3 Punkte) und Frankfurt am Main (17 Punkte) zu den Schlusslichtern des Rankings gehören.
Bezahlbarer Wohnraum ist oft die größte Hürde für Familien. An der Spitze der Erschwinglichkeit steht unangefochten Neunkirchen. Die saarländische Stadt bietet mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von nur 8,75 €/m² und einem Kaufpreis von 1.832 €/m² die mit Abstand günstigsten Konditionen. Dahinter folgen Saarbrücken und Braunschweig, die ebenfalls mit moderaten Quadratmeterpreisen überzeugen.
Am anderen Ende der Skala steht Frankfurt am Main als teuerstes Pflaster: Eine Mietwohnung kostet hier im Schnitt 33,60 €/m². Einen bemerkenswerten Sonderfall stellt München dar. Die bayerische Landeshauptstadt markiert mit Kaufpreisen von 10.057 €/m² den absoluten Spitzenwert. Allerdings verfügen die Münchner mit 35.467 € auch über das höchste verfügbare Einkommen im Vergleich, was die stadtweit hohen Lebenskosten für einige Familien zumindest teilweise abfedern kann.
Eine gute und verlässliche Infrastruktur für die Jüngsten ist eine Notwendigkeit. Die beste Versorgung für Familien bietet Schwerin, das besonders mit einer hohen Dichte an Kinderärzten (24,3 pro 100.000 Einwohner) glänzt. Stark schneidet ebenfalls Hannover (9,4 Punkte) ab, das mit 18,2 Kindertageseinrichtungen pro 10.000 Einwohner den Spitzenwert in diesem Vergleich erzielt.
Zumindest geographisch nicht weit entfernt ist jedoch das Schlusslicht in dieser Kategorie: Braunschweig. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass dort mit 53,3 Geburten pro Hebamme der höchste Wert im gesamten Vergleich verzeichnet wurde. Generell zeigt sich bei der Hebammenversorgung ein kritisches Bild in vielen Städten. Großstädte wie Frankfurt am Main (49,1), Stuttgart (46,9) und Düsseldorf (43,2) weisen ebenfalls sehr viele Geburten pro Hebamme auf, was auf eine angespannte Betreuungssituation für werdende Eltern hindeuten kann.
Ein sicheres Umfeld ist für Familien von zentraler Bedeutung, um die Kinder beruhigt aufwachsen zu sehen. Unser Ranking, das sowohl die Kriminalitätsrate als auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden berücksichtigt, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den deutschen Städten.
An der Spitze steht Jena. Die thüringische Universitätsstadt überzeugt mit einer niedrigen Kriminalitätsrate von 7.075 Straftaten und nur 24 Unfällen je 10.000 Einwohner. Am anderen Ende der Tabelle finden sich Frankfurt am Main und Bremen, das Schlusslicht bildet Hannover mit höheren Kriminalitäts- und Unfallraten.
Die demografische Struktur einer Stadt ist für Familien oft ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Wohnortes. Ein junges, dynamisches Umfeld verspricht nicht nur ein aktives soziales Leben, sondern auch zahlreiche Spielkameraden für die eigenen Kinder.
In dieser Kategorie erweist sich München als klarer Spitzenreiter. Die bayerische Landeshauptstadt kombiniert eine vergleichsweise junge Bevölkerung (41,5 Jahre) mit einer hohen Geburtenrate (11,3 Geburten auf 1.000 Einwohner) und schafft so ein ideales Umfeld für Familien. Dicht dahinter platzieren sich Frankfurt am Main und Ludwigshafen am Rhein. Das Schlusslicht bildet Cottbus. Mit der im Vergleich ältesten Bevölkerung (46,9 Jahre) und der niedrigsten Geburtenrate (7,6 Geburten auf 1.000 Einwohner) landet die brandenburgische Stadt in der demografischen Bewertung auf dem letzten Platz.
Was nützt die schönste Wohnung, wenn es an Möglichkeiten fehlt, die Freizeit zu gestalten? Das beste Angebot für Familien gibt es in Erfurt. Die thüringische Landeshauptstadt ist mit 15,4 öffentlichen Spielplätzen pro 10.000 Einwohner und einer sehr hohen Dichte an Sportvereinen ein Paradies für aktive Familien. Überraschenderweise folgt auf dem zweiten Platz Cottbus mit 9,2 Punkten. Die Stadt, die insbesondere bei demografischen Kennzahlen schwächer abschneidet, überzeugt hier mit einer hervorragenden Infrastruktur. Die Stadt in der Lausitz weist riesige Naherholungsflächen (105,6 m²/Einwohner) und die höchste Dichte an Sportvereinen im gesamten Vergleich auf. Ein Geheimtipp für Familien.
Den niedrigsten Score hingegen erreicht Saarbrücken, was auch daran liegt, dass die Autofahrt zum nächsten Schwimmbad mit fast 10 Minuten im Gesamtvergleich zu lange dauert. Auch die Metropolen können in dieser Kategorie trotz der großen Vielfalt an Freizeitangeboten nicht glänzen: Hamburg, Berlin und München landen in dieser Kategorie nur im unteren Mittelfeld.
Unsere Analyse der familienfreundlichsten Städte Deutschlands zeigt, dass die Lebensqualität für Familien nicht allein von der Größe oder Wirtschaftskraft einer Stadt abhängt. Während Metropolen wie München in Einzelaspekten wie Sicherheit und dem dynamischen sozialen Umfeld punkten können, wird dies oft durch extrem hohe Lebenshaltungskosten erkauft. Gerade die Metropolen Berlin und Hamburg kämpfen mit dem Spagat zwischen kultureller Attraktivität und den harten Realitäten bei Wohnkosten und der ausbaufähigen Dichte an Betreuungsangeboten.
Der wahre Gewinner der Analyse ist Potsdam. Die brandenburgische Landeshauptstadt zeigt, genau wie die ebenfalls top-platzierten Städte Mainz und Ludwigshafen am Rhein, dass oft Städte abseits der großen Metropolen das ausgewogenste Gesamtpaket aus bezahlbarem Wohnraum, guter Betreuung und einem angenehmen Lebensumfeld bieten.
Letztlich muss aber natürlich jede Familie für sich entscheiden, was ihr am wichtigsten ist – für viele dürfte es die goldene Mitte aus allen entscheidenden Faktoren sein. Wir von Jacasa haben mit unserer Studie zumindest eine fundierte Grundlage geliefert, um eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben zu treffen: die Wahl des richtigen Zuhauses.

Für die Analyse der Familienfreundlichkeit wurden die jeweils zwei größten Städte jedes deutschen Bundeslandes sowie die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen untersucht (insgesamt 29 Städte). Die Bewertung basiert auf den fünf Säulen Wohnen und Kaufen, Betreuung und Gesundheit, Sicherheit, Demografie sowie Freizeit und Lebensqualität, für die ein normalisierter Score von 0 bis 10 vergeben wurde, um eine deutschlandweite Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Eine Stadt kann somit einen maximalen Gesamtscore von 50 Punkten erreichen. Dafür wurden die besten Ergebnisse innerhalb der untersuchten Städte in einer Kategorie mit der Maximalpunktzahl bewertet und die schlechtesten Ergebnisse mit 0 Punkten. Für die Untersuchung wurden die aktuellsten verfügbaren Daten zum Stand August 2025 herangezogen. Die Datengrundlage setzt sich wie folgt zusammen:
Die Kosten für Wohnimmobilien für eine 100-140 m² große Immobilie stammen von Immometrica (Abruf am 13.08.2025), das verfügbare Einkommen von statistikportal.de (2022). Kennzahlen zur Betreuung und Gesundheit, wie die Dichte an Kitas (destatis, 2024) und Kinderärzten (KBV, 2024) sowie die Hebammenversorgung (errechnet auf Basis der Geburtenrate und AOK-Hebammensuche, Abruf am 19.08.2025), wurden aus verschiedenen Quellen ermittelt. Die Sicherheitsbewertung stützt sich auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA (2024) und die Unfallstatistiken der Regionaldatenbank Deutschland (2023). Demografische Daten wie die Geburtenraten sowie Informationen zu Naherholungsflächen der Städte basieren auf den Daten aus 2023 bei Wegweiser Kommune. Die Dichte der öffentlichen Spielplätze und Sportvereine sowie das Durchschnittsalter wurden durch eine Web-Recherche ermittelt. Die durchschnittliche Fahrzeit zum nächsten Schwimmbad entstammt dem Deutschlandatlas des Bundes.
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