Über 24.000 Immobilienmakler sind auf JACASA gelistet.

Gewerbeimmobilie: Das sollten Sie wissen

Björn Kolbmüller Geschäftsführer
21. Mai 2024 / 26 Min. Lesezeit

Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie kaufen oder mieten möchten, gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Mit einigen nützlichen Tipps und einer gründlichen Suche können Sie die passende Gewerbeimmobilie finden, die genau zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget passt.

Auch für Vermieter oder Verkäufer gibt es bestimmte Aspekte zu beachten, um einen erfolgreichen Verkauf oder die Vermietung ihrer Gewerbeimmobilien sicherzustellen. Das, und alles andere Wichtige zur Gewerbeimmobilie, erfahren Sie hier.

Was ist eine Gewerbeimmobilie?

Eine Gewerbeimmobilie ist eine Immobilie, die mehrheitlich oder ganz für gewerbliche Zwecke genutzt wird, zum Beispiel als Arztpraxis, Anwaltskanzlei, Hotel, Industriegelände oder Modegeschäft. Sie sind darauf ausgerichtet, den Anforderungen verschiedener Unternehmen gerecht zu werden und bieten eine breite Palette von Möglichkeiten, je nach den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen des Unternehmens.

Ein modernes und urbanes Bürogebäude mit Pflanzen und Bäumen vor dem Eingang.

Gewerbeimmobilien sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft und spielen eine entscheidende Rolle für Unternehmen jeder Größe. Sie bieten Raum für Geschäftstätigkeiten und ermöglichen es Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen effizient zu produzieren und zu vertreiben. Dabei können sie sowohl gemietet als auch gekauft werden.

Unterschiede zwischen Gewerbe und Wohnraum

Eine Gewerbeimmobilie unterscheidet sich grundlegend von einem Wohnraum in verschiedenen Aspekten. Einer der Hauptunterschiede liegt in der Nutzung. Während Wohnräume zum Wohnen genutzt werden, dienen Gewerbeimmobilien als Standort für Unternehmen und betriebliche Tätigkeiten.

In Bezug auf die Ausstattung gibt es ebenfalls Unterschiede. Gewerbeimmobilien müssen den spezifischen Anforderungen eines Unternehmens gerecht werden. So kann ein Büro beispielsweise über ein bestimmtes Raumlayout oder technische Einrichtungen wie Serverräume verfügen, die in Wohnräumen nicht zu finden sind.

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Kosten. Mieten und Kaufpreise für Gewerbeimmobilien sind in der Regel höher als bei Wohnräumen. Dies liegt nicht nur an der größeren Fläche, sondern auch an den verschiedenen Anforderungen und Möglichkeiten, die Gewerbeimmobilien bieten müssen.

Gut zu wissen

Gewerbeimmobilien dienen unternehmerischen Zwecken mit spezifischer Ausstattung und haben meist höhere Miet- und Kaufpreise als Wohnräume.

Zudem sollten Mieter als auch Vermieter von Gewerbeimmobilien sich bewusst sein, dass hier andere rechtliche und steuerliche Bestimmungen gelten als bei Wohnräumen. Dies fängt schon beim Mieterschutz an, welchen es bei Gewerbeimmobilien so nicht gibt.

Vielmehr sind gewerbliche Mieter und Vermieter auf einer Augenhöhe. Außerdem werden Mietverträge bei gewerblichen Gebäuden für längere Mietzeiträume aufgesetzt, um so häufigen Leerstand sowie immer wieder wechselnde Mieter zu vermeiden.

Auch bei der Hausbewertung unterscheiden sich Gewerbe und Wohnraum. Während bei Wohnimmobilien das Sachwertverfahren angewandt wird, wird bei Gewerbeimmobilien das Ertragswertverfahren genutzt.

Verschiedene Arten von Gewerbeimmobilien

Büro in einer Gewerbeimmobilie mit verschiedenen Räumen.

Je nach Bedürfnissen und Anforderungen eines Unternehmens gibt es verschiedene Arten von Gewerbeimmobilien. Sie als Mieter sollten darauf achten, dass die Gewerbeimmobilie Ihren Anforderungen entspricht und ausreichend Platz und Ausstattung bietet, um Ihre geschäftlichen Aktivitäten erfolgreich auszuführen. Außerdem sollten Sie Faktoren wie beispielsweise den Standort, die Kosten und die Verfügbarkeit von Parkplätzen berücksichtigen.

Gut zu wissen

Wählen Sie Ihre Gewerbeimmobilie sorgfältig basierend auf Unternehmensbedürfnissen, Platzangebot und Ausstattung. Berücksichtigen Sie dabei immer Standort, Kosten und praktische Aspekte wie Parkmöglichkeiten.

Büroimmobilie

Eine der häufigsten Arten von Gewerbeimmobilien ist das Bürogebäude, welches oft von Unternehmen genutzt wird, um ihre Geschäftstätigkeiten zu koordinieren und ihre Mitarbeiter zu beherbergen. Bürogebäude bieten eine Vielzahl von Ausstattungen, beispielsweise Besprechungsräume, eine Cafeteria oder Parkmöglichkeiten.

Die Größe einer Büroimmobilie reicht von einer Etage bis hin zu einem ganzen Wolkenkratzer mit mehreren Büroetagen. Oft gibt es auch komplett ausgestattete Büroräume, welche temporär vermietet werden und von Freiberuflern und Selbstständigen genutzt werden.

Einzelhandelsgebäude

Eine weitere Art von Gewerbeimmobilie ist das Einzelhandelsgebäude, welches von Unternehmen genutzt wird, um ihre Produkte oder Dienstleistungen an Kunden zu verkaufen. Einzelhandelsimmobilien können verschiedene Größen und Standorte haben, je nach Art des Geschäfts und der Zielgruppe.

Zum Beispiel können Sie Einzelhandelsimmobilien in Einkaufszentren, Geschäftsstraßen oder auch in abgelegenen Gegenden finden, abhängig von der Art des Unternehmens und den Kunden, die es anspricht.

Logistikimmobilie

Eine Lagerhalle mit Ein- und Ausladebereiche für Lastwägen, vor der Halle stehen vier Parkbänke.

In dieser Art Immobilie werden Ersatzteile, Waren und Material gelagert. Es handelt sich also um eine große Lagerfläche. In den meisten Fällen gehören sie mit zu den Produktionsimmobilien bzw. liegen in direktem Umfeld sowie an Verkehrsknotenpunkten.

Freizeitimmobilien

Als Freizeitimmobilie gelten Objekte für Erlebnisparks, Fitnessstudios, Theater oder Sporthallen. Die Möglichkeiten sind hier sehr breit gefächert, kommen aber auch oft mit einem größeren Risiko. Ist ein Theaterstück heute aktuell, kann es morgen schon nicht mehr so angesagt sein und ein neuer Mieter muss her.

Spezialimmobilien

Zu den Spezialimmobilien zählen Tankstellen, Bahnhöfe, Flugterminals oder Hotels. Das Besondere hieran ist, sie sind nur sehr eingeschränkt nutzbar, da sie auf die speziellen Anforderungen eines bestimmten Nutzers zugeschnitten sind.

Wir haben Ihnen die verschiedenen Typen von Gewerbeimmobilien übersichtlich und grob zusammengefasst in einer Tabelle dargestellt, damit Sie den Überblick bewahren können.

ImmobilientypBeschreibung
BüroimmobilieRäumlichkeiten für Geschäftstätigkeiten, variabel in Größe und Ausstattung.
EinzelhandelsgebäudeVerkaufsstätten für Waren und Dienstleistungen, unterschiedliche Lagen.
LogistikimmobilieLager- und Verteilzentren, oft an strategischen Punkten gelegen.
FreizeitimmobilienOrte für Sport, Kultur und Erholung, breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten.
SpezialimmobilienObjekte für spezifischen Nutzen, wie Tankstellen oder Hotels.

Besonderheiten bei Gewerbeimmobilien

Eine Hand hält eine Lupe nah dran an eine Macbook-Tastatur, sodass die Tasten durch die Lupe vergrößert werden.

Bei der Suche nach geeigneten Gewerbeimmobilien gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Die Ausstattung, der Standort, die Kosten und die Wahl des richtigen Verkaufspartners spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es gibt aber noch weitere Besonderheiten, die bei Gewerbeimmobilien bedacht werden müssen, die das gewerbliche Mietrecht betreffen.

  • Miethöhe: Mietspiegel oder Mietdeckel, an die sich der Vermieter gesetzlich halten muss, gibt es bei Gewerbeimmobilien nicht. Hier können Mieter und Vermieter frei verhandeln, bis sie sich einigen. Auch Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen führen nicht zu einer Mieterhöhung, außer dies wurde vertraglich geregelt.
  • Kündigungsfrist: Oft werden für Gewerbeimmobilien feste Vertragslaufzeiten festgelegt. Ist dies nicht der Fall, gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Quartalsende. Der Mietvertrag kann von beiden Parteien unbegründet gekündigt werden.
  • Maklerprovision: Anders als bei Wohnimmobilien ist die Maklerprovision gesetzlich nicht limitiert und ist frei wählbar.
  • Eigenbedarf: Bei Gewerbeimmobilien kann kein Eigenbedarf angemeldet werden. Allerdings kann der Vermieter fristlos kündigen, wenn der Mieter die Miete nicht rechtzeitig zahlt.

Das Rechtliche zusammengefasst

Bei Gewerbeimmobilien sind Mietpreise Verhandlungssache, ohne Mietspiegelbindung. Vertragslaufzeiten sind oft festgelegt, ansonsten gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Die Maklerprovision ist frei verhandelbar und eine Eigenbedarfskündigung ist im Gewerbemietrecht nicht vorgesehen.

Steuern bei Gewerbeimmobilien

Ein gehender Mann trägt eine braune Aktentasche aus Leder.

Sind Sie auf der Suche nach einer geeigneten Gewerbeimmobilie, sollten Sie nicht nur auf die Ausstattung, den Standort und die Kosten achten, sondern auch die steuerlichen Aspekte im Blick behalten.

Gewerbeimmobilien haben spezifische Steuerregelungen, die beachtet werden müssen, um finanzielle Belastungen zu vermeiden. Machen Sie sich also vor dem Kauf oder der Anmietung einer Gewerbeimmobilie unbedingt mit den steuerlichen Konsequenzen vertraut.

In Deutschland werden die Steuerregelungen für Gewerbeimmobilien unter verschiedenen Gesetzen und Vorschriften behandelt:

  1. Einkommensteuergesetz (EStG): Regelt die Besteuerung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Gewerbeimmobilien für natürliche Personen.
  2. Körperschaftsteuergesetz (KStG): Bestimmt die Steuerpflicht für Einkünfte aus Gewerbeimmobilien, falls der Eigentümer eine juristische Person ist.
  3. Gewerbesteuergesetz (GewStG): Behandelt die Besteuerung des Gewerbeertrags, der auch Erträge aus Gewerbeimmobilien umfasst.
  4. Grundsteuergesetz (GrStG): Legt fest, wie die Grundsteuer für den Besitz von Gewerbeimmobilien zu berechnen ist.
  5. Umsatzsteuergesetz (UStG): Behandelt die Mehrwertsteuerbelastung bei An- und Verkauf sowie bei der Vermietung von Gewerbeimmobilien.
  6. Bewertungsgesetz (BewG): Dient der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage für Gewerbeimmobilien, die für verschiedene Steuerarten relevant sein kann.
  7. Abgabenordnung (AO): Stellt die allgemeine gesetzliche Grundlage für das Steuerrecht in Deutschland und damit auch für die Besteuerung von Gewerbeimmobilien bereit.

Ein wichtiger Punkt bei den Steuern für Gewerbeimmobilien ist die Umsatzsteuer. Mieter von Gewerbeimmobilien müssen in der Regel eine Umsatzsteuer auf die Miete zahlen, während Vermieter diese Steuer bei der Vermietung von Gewerbeimmobilien in Rechnung stellen müssen. Es ist wichtig, sich über die geltenden Steuersätze zu informieren, um ihre Auswirkungen bei der Budgetplanung zu berücksichtigen.

Ein weiterer Aspekt, der bei Steuern auf Gewerbeimmobilien berücksichtigt werden sollte, sind mögliche Abschreibungen. Gewerbeimmobilien können über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden, was zu steuerlichen Vorteilen führen kann. Mieter, die ihre Gewerbeimmobilie ausstatten oder umbauen möchten, können auch bestimmte Investitionskosten steuerlich geltend machen.

Gut zu wissen – Umsatzsteuer

Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie mieten oder vermieten, ist die Umsatzsteuer auf die Miete ein wichtiger Kostenfaktor. Für Vermieter ist es essentiell, diese Steuer korrekt in Rechnung zu stellen, während Mieter sie bei der Finanzplanung einbeziehen müssen.

Es ist ratsam, sich bei einem Steuerberater oder einem Experten für Gewerbeimmobilien über die genauen steuerlichen Möglichkeiten zu informieren, um so die besten steuerlichen Lösungen zu finden und mögliche Fallstricke zu vermeiden.

Gewerbeimmobilie kaufen oder mieten?

Auf einem Holztisch liegen fünf Würfel mit Buchstaben beschriftet, die Oberseite der Würfel ergibt das Wort "Mieten", die Vorderseite ergibt das Wort "Kaufen".

Überlegen Sie, eine Gewerbeimmobilie zu kaufen oder zu mieten? Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte gut überlegt sein. Beim Kauf einer Gewerbeimmobilie haben Sie als Unternehmen langfristige Planungssicherheit. Sie können die Immobilie nach Ihren individuellen Bedürfnissen gestalten und anpassen.

Zudem haben Sie die Möglichkeit, die Immobilie im Laufe der Zeit zu verkaufen und somit auch eine mögliche Wertsteigerung zu erzielen. Allerdings gibt es bei einem Kauf auch einige Kosten zu beachten, wie beispielsweise den Kaufpreis, die Nebenkosten und eventuelle Renovierungs- oder Umbaukosten.

Auf der anderen Seite bietet das Mieten einer Gewerbeimmobilie gewisse Vorteile. Sie sind flexibel und können bei Bedarf leichter den Standort wechseln oder größere Flächen anmieten. Außerdem sind Sie als Mieter nicht für Reparaturen oder Instandhaltung zuständig, sondern können sich auf den Vermieter verlassen.

Besonders für Unternehmen, die kurzfristig expandieren oder sich in einer Aufbauphase befinden, kann das Mieten einer Gewerbeimmobilie eine gute Option sein.

Kurz und knapp zusammengefasst:

  • Kaufen: Entscheiden Sie sich für den Kauf einer Gewerbeimmobilie, wenn Sie langfristige Planungssicherheit und die Freiheit zur individuellen Gestaltung wünschen sowie von einer potenziellen Wertsteigerung profitieren möchten.
  • Mieten: Wählen Sie Mietoption für Flexibilität im Standort und Größe sowie weniger Verantwortung für Reparaturen. Ideal, wenn sich Ihr Unternehmen in einer Wachstums- oder Aufbauphase befindet.

Standortwahl für eine Gewerbeimmobilie

Vogelperspektive auf eine große Gewerbeimmobilie, umgeben von Feldern.

Die Wahl des richtigen Standorts für eine Gewerbeimmobilie kann eine Herausforderung sein und ist gleichzeitig von entscheidender Bedeutung für den Erfolg Ihres Unternehmens. Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Nähe zu Kunden und Lieferanten, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, die Infrastruktur und die Wettbewerbssituation.

  • Erreichbarkeit: Eine gute Anbindung an Verkehrswege wie Autobahnen, Bahnlinien oder Flughäfen erleichtert den Transport von Waren und Dienstleistungen und ermöglicht es Mitarbeitern, schnell und einfach zur Arbeit zu gelangen. Auch eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist wichtig, um Kunden und Mitarbeiter anzulocken.
  • Umfeld der Gewerbeimmobilie: Die Nähe zu anderen Unternehmen kann Synergien schaffen und Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Auch die Verfügbarkeit von Fachkräften in der Region sollte berücksichtigt werden.
  • Gewerbesteuer: Generell liegt die Gewerbesteuer bei 3,5 %. Allerdings kann der Hebesatz von den einzelnen Gemeinden selbst bestimmt werden, weshalb es in der Nachbargemeinde eventuell günstiger sein kann.

Hier finden Sie eine passende Gewerbeimmobilie

Wie auch bei Wohnimmobilien können Sie für die Suche nach einer passenden Gewerbeimmobilie die gängigen Online-Plattformen oder die Tageszeitung nutzen. Allerdings ist die Auswahl an gewerblichen Objekten meist etwas geringer. Haben Sie dann noch genaue Vorstellung bezüglich Standort, Größe und Ausstattung, kann es sein, dass nur noch sehr wenige Immobilien zur Auswahl stehen.

In solchen Fällen ist es sinnvoll, sich an einen professionellen Immobilienmakler zu wenden, der sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert hat. Er hat ein großes Netzwerk und weiß genau, wo welche Gewerbeimmobilien mit welcher Ausstattung frei stehen.

Gut zu wissen

Möchten Sie neu gründen oder aber mit Ihrem bestehenden Unternehmen oder Gewerbe umziehen, sollten Sie sich ein Jahr im Voraus um eine passende Immobilie kümmern.

Dokumente für Kauf oder Miete einer Gewerbeimmobilie

Auf einem weißen Untergrund liegen drei weiße Ordner voller Dokumente.

Ganz gleich, ob Sie eine Gewerbeimmobilie verkaufen oder vermieten wollen oder sich aber für eine Gewerbeimmobilie zum Kauf oder zur Miete interessieren, es ist wichtig, eine Reihe von Dokumenten vorzulegen. Diese Dokumente sind notwendig, um den Kauf- oder Mietprozess zu unterstützen und sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.

Wichtige Dokumente beim Kauf

  • Kopien des Grundbuchauszugs
  • Kopien des Flächennutzungsplans
  • Kopien von Bodengutachten
  • Kopie des Kaufvertrags

Wichtige Dokumente bei einer Miete

  • Kopie des Mietvertrags
  • eine Selbstauskunft
  • eine Gewerbeanmeldung

Ein detaillierter Miet- oder Kaufvertrag gibt beispielsweise einen Überblick über die Kosten, die mit der Immobilie verbunden sind, und welche Ausstattungsmerkmale im Büro oder anderen Räumen vorhanden sind.

Für Vermieter ist es wichtig, die Dokumente der potenziellen Mieter sorgfältig zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen entsprechen und über die finanziellen Mittel verfügen, um die Miete regelmäßig zu bezahlen.

Als potenzieller Mieter oder Käufer sollten Sie darauf achten, alle erforderlichen Dokumente rechtzeitig zu beschaffen, denn sie spielen eine wichtige Rolle, um den gesamten Prozess reibungslos und effizient zu gestalten.

“Als Vermieter sollten Sie die finanzielle Solidität und Dokumente Ihrer Mieter genau prüfen. Als Mieter und Käufer sollten Sie alle erforderlichen Unterlagen zeitgerecht bereitstellen, um den Prozess zu erleichtern.” Björn Kolbmüller Björn Kolbmüller Geschäftsführer

Vermietung einer Gewerbeimmobilie

Sind Sie Besitzer einer Gewerbeimmobilie und möchten diese vermieten, gibt es eine Vielzahl von Faktoren zu beachten, um einen erfolgreichen und langfristigen Mietvertrag zu gewährleisten.

  1. Lage: Die Lage ist ein entscheidender Faktor bei der Vermietung einer Gewerbeimmobilie. Eine Immobilie in einer guten Lage mit guter Verkehrsanbindung und ausreichend Parkplätzen wird eher vermietet als eine Immobilie in einer schlechten Lage.
  2. Zustand der Immobilie: Die Immobilie sollte in einem guten Zustand sein, um potenzielle Mieter anzulocken. Es ist wichtig, dass die Immobilie sauber und gepflegt ist und alle notwendigen Reparaturen durchgeführt wurden.
  3. Mietpreis: Der Mietpreis sollte wettbewerbsfähig sein und sich an ähnlichen Gewerbeimmobilien in der Umgebung orientieren. Ein zu hoher Mietpreis kann potenzielle Mieter abschrecken, während ein zu niedriger Mietpreis Sie als Eigentümer finanziell belasten kann.
  4. Ausstattung: Die Ausstattung der Immobilie sollte den Anforderungen des potenziellen Mieters entsprechen. Es ist wichtig, dass die Immobilie über ausreichend Platz, Stromanschlüsse und Internetzugang verfügt.
  5. Vertragsbedingungen: Der Mietvertrag sollte klar und verständlich sein und alle Bedingungen enthalten, die für beide Parteien akzeptabel sind. Es ist wichtig, dass der Mietvertrag alle notwendigen Informationen enthält, wie z.B. die Dauer des Mietvertrags, den Mietpreis und die Zahlungsbedingungen.
  6. Mieterauswahl: Es ist wichtig, potenzielle Mieter sorgfältig auszuwählen, um sicherzustellen, dass sie in der Lage sind, den Mietvertrag einzuhalten und die Immobilie angemessen zu nutzen.

Im Gewerbegebiet wohnen

Mehrere Hausmeister-Utensilien in einem Raum einer Gewerbeimmobilie.

Grundsätzlich ist es nicht erlaubt in einem Gewerbegebiet zu wohnen, da diese nicht für Wohnzwecke ausgebaut sind. Es gibt jedoch Mischgebiete, in denen es für bestimmte Personen erlaubt ist, neben der gewerblichen Nutzung auch privat zu wohnen.

Dies gilt zum Beispiel für Eigentümer eines Gewerbes, Hausmeister, Aufsichtspersonal oder Betriebsleiter. Hierfür muss die Wohnung allerdings in Verbindung mit dem Unternehmen stehen.

Gut zu wissen

Möchten Sie Ihre Gewerbeimmobilie zusätzlich zum Wohnen nutzen, müssen Sie vorab das zuständige Bauamt kontaktieren. Dies klärt anhand der Bauvoranfrage, ob die Immobilie auch zu Wohnzwecken genutzt werden kann und darf.

Gewerbeimmobilie bewerten

Anders als bei Wohnimmobilien wird bei Gewerbeimmobilien das Ertragswertverfahren angewandt. Schließlich ist hier der Ertrag, welcher erzielt werden kann, von Bedeutung. Für die Berechnung des Ertragswertes müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Bodenrichtwert
  • Liegenschaftszins
  • Benutzungsdauer
Ein Instagram-Beitrag von @immophoria.de zum Thema, was das Ertragswertverfahren ist und in welchen Gebieten es angewendet wird.

Neben diesen Faktoren gibt es aber auch noch objektive und subjektive Kriterien, die bei der Immobilienbewertung eine Rolle spielen.

Zu den objektiven Faktoren zählen beispielsweise die Lage der Immobilie, die Größe und Beschaffenheit des Grundstücks sowie der Zustand des Gebäudes. Auch die Infrastruktur in der Umgebung sowie die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel können den Wert beeinflussen.

Subjektive Faktoren hingegen sind beispielsweise die Nachfrage nach vergleichbaren Objekten am Markt sowie individuelle Besonderheiten der Immobilie, wie etwa ein besonderes Design oder eine außergewöhnliche Ausstattung.

Subjektive und objektive Kriterien

Bei der Bewertung einer Gewerbeimmobilie sind sowohl objektive Kriterien wie Lage, Zustand und Infrastruktur als auch subjektive Aspekte wie Marktnachfrage und spezielle Immobilienmerkmale ausschlaggebend.

Um eine möglichst genaue Immobilienbewertung vornehmen zu können, sollten zudem auch aktuelle Marktentwicklungen und Trends berücksichtigt werden. Hierzu können beispielsweise Vergleichswerte herangezogen werden, um einen realistischen Preis für die Gewerbeimmobilie zu ermitteln.

Gewerbeimmobilie: Makler ja oder nein?

Bei der Suche nach einer Gewerbeimmobilie kommt häufig ein sogenannter Gewerbemakler ins Spiel. Dieser verfügt über ein umfangreiches Netzwerk und eine fundierte Marktkenntnis, die es ihm ermöglichen, passende Angebote für Sie zu finden und eine optimale Verhandlungsposition zu erzielen. Zudem hat er betriebswirtschaftliche Kenntnisse und kann bei der Vertragsabwicklung unterstützen, um so mögliche Risiken zu minimieren.

Vor allem für Unternehmen, die sich nicht auf dem Immobilienmarkt auskennen oder zeitlich eingeschränkt sind, kann ein Gewerbemakler eine große Hilfe sein. Er nimmt Ihnen viel Arbeit ab und sorgt dafür, dass Sie schnell und effizient an das gewünschte Objekt gelangen.

Allerdings sollten Sie bei der Wahl des Maklers darauf achten, dass er seriös arbeitet und keine versteckten Kosten auf einen zukommen. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld verschiedene Anbieter zu vergleichen und sich Referenzen geben zu lassen.

Kurz und knapp zusammengefasst:

  • Nutzen Sie einen Gewerbemakler für fundierte Marktkenntnisse, ein breites Netzwerk und Vertragssupport, besonders wenn Sie wenig Zeit haben oder neu auf dem Immobilienmarkt sind.
  • Achten Sie bei der Auswahl eines Gewerbemaklers auf Seriosität und Transparenz bezüglich der Kosten, und ziehen Sie Vergleiche sowie Referenzen heran.

Gewerbeimmobilie als Kapitalanlage

Auf einem Macbook-Bildschirm sieht man den schwankenden Kurs einer Aktie oder Anlage visualisiert.

Im Gegensatz zu Wohnimmobilien bieten Gewerbeimmobilien oft höhere Renditen und längere Mietvertragslaufzeiten. Zudem sind sie weniger von Schwankungen auf dem Immobilienmarkt betroffen, da die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien in der Regel stabiler ist.

Doch nicht nur die finanziellen Aspekte sprechen für eine Investition in Gewerbeimmobilien. Als Vermieter einer Gewerbeimmobilie haben Sie oft langfristige Mieter, die sich um die Instandhaltung der Immobilie kümmern und somit den Wert erhalten. Zudem können Sie bei Bedarf auch selbst Teile der Immobilie nutzen oder vermieten, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Gewerbeimmobilie als Kapitalanlage

Gewerbeimmobilien versprechen oft höhere Renditen und stabilere Marktbedingungen mit langfristigen Mietverträgen. Als Vermieter profitieren Sie zudem von wertbewahrenden Mietern und flexiblen Nutzungsoptionen zur Einkommenssteigerung.

Allerdings sollten Sie sich vor einer Investition in eine Gewerbeimmobilie genau informieren und prüfen, ob die Lage und Ausstattung der Immobilie den Anforderungen des Marktes entsprechen. Auch sollten Sie sich bewusst sein, dass Vermietung und Verwaltung von Gewerbeimmobilien oft aufwendiger sind als bei Wohnimmobilien.

Insgesamt bietet eine Gewerbeimmobilie als Kapitalanlage jedoch viele Vorteile und kann eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Anlageformen darstellen.

Fazit

Beim Erwerb oder der Anmietung von Gewerbeimmobilien ist Umsicht geboten, da sie sich in Kosten, Ausstattung und rechtlichen Rahmenbedingungen von Wohnimmobilien unterscheiden. Standortwahl und individuelle Unternehmensanforderungen stehen im Vordergrund.

Für Vermieter und Verkäufer zählt eine bedarfsgerechte Vertragsgestaltung. Steuerliche Aspekte sind für beide Parteien nicht zu vernachlässigen. Eine fundierte Entscheidung, ob Kauf oder Miete, sollte sowohl unternehmerische Flexibilität als auch langfristige Planung berücksichtigen.

Die richtige Standortwahl bestimmt den Erfolg von Gewerbeimmobilien, wobei Verkehrsanbindung und lokale Steuersätze Schlüsselfaktoren sind. Spezialisierte Makler können bei enger Marktauswahl helfen. Wichtig sind zudem vollständige Unterlagen, eine gute Objektlage und -zustand sowie faire Mietbedingungen. Investments in Gewerbeimmobilien versprechen höhere Renditen und erfordern genaue Marktkenntnis.

Artikel von
Björn Kolbmüller
Björn Kolbmüller ist Gründer und Geschäftsführer der Eigentümer-Makler Plattform Jacasa in Berlin. Er ist seit über 15 Jahren in der Startup-Szene aktiv und beschäftigt sich rund um die Uhr mit dem Thema Immobilien.
Björn Kolbmüller

Häufige Fragen – Gewerbeimmobilie

  • Was ist eine Gewerbeimmobilie?

    Eine Gewerbeimmobilie bezieht sich auf ein Gebäude oder einen Raum, der für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Es ist eine Art von Immobilie, die speziell für geschäftliche Aktivitäten konzipiert und genutzt wird. Gewerbeimmobilien können verschiedene Formen annehmen und umfassen Bürogebäude, Einzelhandelsflächen, Industrieanlagen, Lagerhallen, Restaurants, Hotels und vieles mehr.

  • Wer darf in einer Gewerbeimmobilie wohnen?

    In einer Gewerbeimmobilie darf grundsätzlich niemand wohnen. Gewerbeimmobilien sind speziell für gewerbliche Zwecke errichtet und dienen somit hauptsächlich als Arbeits- oder Geschäftsflächen. Das bedeutet, dass sie in erster Linie für Unternehmen, Gewerbetreibende und deren Mitarbeiter bestimmt sind. Allerdings gibt es Ausnahmen, bei denen eine Teilnutzung der Gewerbeimmobilie als Wohnraum zulässig sein kann.

  • Sind Gewerbeimmobilien teurer als Wohnimmobilien?

    Ja, Gewerbeimmobilien sind in der Regel teurer als Wohnimmobilien. Dies liegt daran, dass die Anforderungen an Gewerbeimmobilien in Bezug auf Größe und Ausstattung oft höher sind. Bürogebäude müssen beispielsweise über ausreichend Platz für Büros, Besprechungsräume und eventuell auch Lagerräume verfügen. Darüber hinaus haben Gewerbeimmobilien oft eine höhere Rendite als Wohnimmobilien. Gewerbeimmobilien können eine Mieteinnahme von Unternehmen oder Geschäften generieren, die in der Regel höher ist als die Miete, die von Wohnimmobilien erzielt werden kann.

  • Welche Steuern fallen beim Verkauf einer Gewerbeimmobilie an?

    Beim Verkauf einer Gewerbeimmobilie fallen verschiedene Steuern an. Eine davon ist die Umsatzsteuer. Wenn der Verkauf als Veräußerungsgeschäft angesehen wird, unterliegt er der Umsatzsteuer, welche in der Regel 19 % des Verkaufspreises beträgt. Allerdings kann der Verkauf auch umsatzsteuerfrei sein, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie zum Beispiel die Option zur Umsatzsteuerpflicht bei Vermietung. Außerdem fällt beim Gewerbeimmobilienverkauf auch die Gewerbesteuer an. Diese wird von der Gemeinde erhoben, in der die Immobilie liegt. Die Höhe der Gewerbesteuer ist abhängig vom Gewerbeertrag und dem Hebesatz der Gemeinde. Zusätzlich können auch noch weitere Steuern anfallen, wie beispielsweise die Spekulationssteuer oder die Grundsteuer.

Diese Artikel könnten ebenfalls interessant für Sie sein

Verkauf
Sollten Sie Fragen haben, wir sind gern für Sie da
Wann immer Sie bereit sind, stehen Ihnen Immobilienexperten aus allen Bereichen des Lebens zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten, Sie über Ihre Möglichkeiten zu informieren und Ihnen zu helfen, fundierte Entscheidungen über Ihr Haus zu treffen.
Jetzt E-Mail schreiben

Disclaimer

Die Informationen, Empfehlungen und juristischen Erläuterungen in unserem Ratgeber stellen ausschließlich unverbindliche Informationen ohne jede Gewähr und Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit dar. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne und kann und soll diese nicht ersetzen. Bei Bedarf empfehlen wir gerne einen geeigneten Rechtsanwalt ([email protected]).